Beru­fungs­be­grün­dungs­frist – und der erst­in­stanz­li­che Berich­tungs­be­schluss

Die Berich­ti­gung eines Beschlus­ses wegen offen­ba­rer Unrich­tig­keit hat grund­sätz­lich kei­nen Ein­fluss auf Beginn und Lauf von Rechts­mit­tel­fris­ten 1.

Beru­fungs­be­grün­dungs­frist – und der erst­in­stanz­li­che Berich­tungs­be­schluss

Etwas ande­res kann aus­nahms­wei­se gel­ten, wenn etwa die berich­tig­te Fas­sung die Beschwer des Rechts­mit­tel­füh­rers erst hin­rei­chend erken­nen lässt 2.

Ein sol­cher Aus­nah­me­fall liegt indes nicht vor, wenn für die Antrags­geg­ne­rin schon anhand der Begrün­dung des Aus­gangs­be­schlus­ses unschwer zu erken­nen war, dass der vom Amts­ge­richt dem Antrag­stel­ler zuge­spro­che­ne Betrag bei bekann­ten Aus­gangs­grö­ßen der Haupt­for­de­rung und der begrün­de­ten Gegen­for­de­rung, die die Antrags­geg­ne­rin zur Auf­rech­nung gestellt hat, offen­sicht­lich feh­ler­haft ermit­telt wor­den ist und der letzt­lich ein­ge­setz­te Betrag der rich­ti­ge ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Juli 2016 – XII ZB 203/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 28.06.2000 – XII ZB 157/​99Fam­RZ 2000, 1499 mwN
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 09.11.1994 – XII ZR 184/​93Fam­RZ 1995, 155, 156 mwN