Beru­fungs­ur­teil – und das Beru­fungs­be­geh­ren

Ein Beru­fungs­ur­teil, das das Beru­fungs­be­geh­ren nicht erken­nen lässt, ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs in der Revi­si­ons­in­stanz bereits aus die­sem Grund auf­zu­he­ben 1.

Beru­fungs­ur­teil – und das Beru­fungs­be­geh­ren

Es bedarf dabei aber nicht zwin­gend einer wört­li­chen Wie­der­ga­be der Beru­fungs­an­trä­ge. Viel­mehr reicht es aus, wenn dem Beru­fungs­ur­teil das Beru­fungs­be­geh­ren mit hin­rei­chen­der Deut­lich­keit ent­nom­men wer­den kann 2.

Dies war hier (noch) der Fall: Im Beru­fungs­ur­teil wird aus­ge­führt, das ange­foch­te­ne Urteil sei zu bestä­ti­gen, weil das Amts­ge­richt die Kla­ge im Ergeb­nis zu Recht abge­wie­sen habe, denn die Klä­ge­rin habe gegen die Beklag­te kei­nen Anspruch auf Frei­stel­lung von den gel­tend gemach­ten vor­ge­richt­li­chen Rechts­an­walts­kos­ten. Die­se Aus­füh­run­gen und das gleich­zei­ti­ge Feh­len jeg­li­cher Anhalts­punk­te im Beru­fungs­ur­teil, dass die Klä­ge­rin zweit­in­stanz­lich mehr oder weni­ger als in ers­ter Instanz gefor­dert haben könn­te, las­sen einen noch hin­rei­chend siche­ren Schluss dar­auf zu, dass die Klä­ge­rin ihr erst­in­stanz­li­ches Begeh­ren, das sich aus den vom Beru­fungs­ur­teil in Bezug genom­me­nen tat­be­stand­li­chen Fest­stel­lun­gen des amts­ge­richt­li­chen Urteils ergibt, in zwei­ter Instanz unver­än­dert wei­ter­ver­folgt hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Mai 2014 – VI ZR 153/​13

  1. BGH, Urteil vom 30.09.2003 – VI ZR 438/​02, BGHZ 156, 216, 217 f.; BGH, Urtei­le vom 25.05.2011 – IV ZR 59/​09, VersR 2011, 1005 Rn. 8 f.; vom 13.01.2004 – XI ZR 5/​03, NJW-RR 2004, 573 f.; vom 22.12 2003 – VIII ZR 122/​03, NJW-RR 2004, 494; vom 26.02.2003 – VIII ZR 262/​02, BGHZ 154, 99, 100 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 25.05.2011 – IV ZR 59/​09, VersR 2011, 1005 Rn. 10[]