Beru­fungs­zu­las­sung und die falsch bestimm­te Beru­fungs­sum­me

Hat das erst­in­stanz­li­che Gericht kei­ne Ver­an­las­sung gese­hen, die Beru­fung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO zuzu­las­sen, weil es von einer Beschwer der unter­le­ge­nen Par­tei aus­ge­gan­gen ist, die 600 € über­steigt, muss das Beru­fungs­ge­richt, wenn es von einer gerin­ge­ren Beschwer aus­geht, die Ent­schei­dung dar­über nach­ho­len, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung der Beru­fung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO erfüllt sind.

Beru­fungs­zu­las­sung und die falsch bestimm­te Beru­fungs­sum­me

Hät­te das erst­in­stanz­li­che Gericht die Beru­fung zulas­sen müs­sen, kann das Rechts­be­schwer­de­ge­richt die Zulas­sung nach­ho­len.

Nach § 511 Abs. 2 ZPO ist die Beru­fung gegen die im ers­ten Rechts­zug erlas­se­nen End­ur­tei­le nur zuläs­sig, wenn der Wert des Beschwer­de­ge­gen­stan­des 600 € über­steigt (Nr. 1) oder das Gericht des ers­ten Rechts­zugs die Beru­fung im Urteil zuge­las­sen hat (Nr. 2). Gemäß § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO lässt das Gericht des ers­ten Rechts­zugs die Beru­fung zu, wenn die Rechts­sa­che grund­sätz­li­che Bedeu­tung hat oder die Fort­bil­dung des Rechts oder die Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung eine Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts erfor­dert und die unter­le­ge­ne Par­tei durch das Urteil nicht mit mehr als 600 € beschwert ist. Hat das erst­in­stanz­li­che Gericht kei­ne Ver­an­las­sung gese­hen, die Beru­fung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO zuzu­las­sen, weil es von einer Beschwer der unter­le­ge­nen Par­tei aus­ge­gan­gen ist, die 600 € über­steigt, muss das Beru­fungs­ge­richt, wenn es von einer gerin­ge­ren Beschwer aus­geht, die Ent­schei­dung dar­über nach­ho­len, ob die Vor­aus­set­zun­gen für die Zulas­sung der Beru­fung nach § 511 Abs. 4 Satz 1 ZPO erfüllt sind 1.

BGH, Beschluss vom 12. April 2011 – VI ZB 31/​10

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 26.10.2010 – VI ZB 74/​08, NJW 2011, 615 Rn. 12; vom 5.04.2011 – VI ZB 61/​10, z.V.b.; BGH, Urteil vom 14.11.2007 – VIII ZR 340/​06, NJW 2008, 218 Rn. 12; Beschlüs­se vom 3.06.2008 – VIII ZB 101/​07, WuM 2008, 614 Rn. 4 f.; vom 21.04.2010 – XII ZB 128/​09, NJWRR 2010, 934 Rn. 18[]