Beru­fungs­zu­rück­wei­sung – und der neue recht­li­che Gesichts­punkt

Stützt ein Beru­fungs­ge­richt in einem Hin­weis nach § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO sei­ne Rechts­auf­fas­sung auf einen Gesichts­punkt, den der Beru­fungs­klä­ger erkenn­bar über­se­hen oder für uner­heb­lich gehal­ten hat, muss die­sem Gele­gen­heit zur Äuße­rung gege­ben wer­den, § 139 Abs. 2 Satz 1 ZPO. Die hier­durch ver­an­lass­ten neu­en Angriffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel dür­fen nicht zurück­ge­wie­sen wer­den.

Beru­fungs­zu­rück­wei­sung – und der neue recht­li­che Gesichts­punkt

Ande­ren­falls beruht das Beru­fungs­ur­teil auf einer Ver­let­zung des Anspruchs der Klä­ge­rin auf recht­li­ches Gehör, Art. 103 Abs. 1 GG. Es ist des­halb auf­zu­he­ben und die Sache ist an das Beru­fungs­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen, § 544 Abs. 7 ZPO.

Blei­ben Angriffs­mit­tel einer Par­tei des­we­gen unbe­rück­sich­tigt, weil der Tatrich­ter sie in offen­kun­dig feh­ler­haf­ter Anwen­dung einer Prä­k­lu­si­ons­vor­schrift wie des § 530 ZPO zu Unrecht für aus­ge­schlos­sen erach­tet hat, so ist zugleich das recht­li­che Gehör (Art. 103 Abs. 1 GG) der Par­tei ver­letzt 1.

Stützt ein Beru­fungs­ge­richt in einem Hin­weis nach § 522 Abs. 2 Satz 2 ZPO sei­ne Rechts­auf­fas­sung auf einen Gesichts­punkt, den der Beru­fungs­klä­ger erkenn­bar über­se­hen oder für uner­heb­lich gehal­ten hat, muss die­sem Gele­gen­heit zur Äuße­rung gege­ben wer­den, § 139 Abs. 2 Satz 1 ZPO. Die hier­durch ver­an­lass­ten neu­en Angriffs- und Ver­tei­di­gungs­mit­tel dür­fen nicht zurück­ge­wie­sen wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Okto­ber 2014 – VII ZR 28/​13

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 02.09.2013 – VII ZR 242/​12 7; Beschluss vom 21.03.2013 – VII ZR 58/​12, BauR 2013, 1146 Rn. 9 = NZBau 2013, 433, jeweils zu § 531 ZPO[]