Beschluss­an­fech­tung – und die namens die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer erteil­te Pro­zess­voll­macht

Dass der Ver­wal­ter im Beschluss­män­gel­pro­zess nach § 27 Abs. 2 Nr. 2 WEG befugt ist, für die beklag­ten Woh­nungs­ei­gen­tü­mer einen Rechts­an­walt zu man­da­tie­ren 1, schließt nicht aus, dass ein­zel­ne Woh­nungs­ei­gen­tü­mer einen eige­nen Rechts­an­walt beauf­tra­gen oder eine Ver­tre­tung durch den vom Ver­wal­ter ein­ge­schal­te­ten Anwalt ableh­nen 2.

Beschluss­an­fech­tung – und die namens die Woh­nungs­ei­gen­tü­mer erteil­te Pro­zess­voll­macht

§ 62 Abs. 1 ZPO steht dem nicht ent­ge­gen, weil die Rechts­mit­tel­ein­le­gung kein ein­heit­li­ches Vor­ge­hen erfor­dert. Ein not­wen­di­ger Streit­ge­nos­se kann ein ihn beschwe­ren­des Urteil hin­neh­men. Die übri­gen Streit­ge­nos­sen sind des­halb nicht an der Durch­füh­rung eines Rechts­mit­tels gehin­dert; eine ein­heit­li­che Sach­ent­schei­dung wird dadurch gewähr­leis­tet, dass die Streit­ge­nos­sen, die von der Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels abge­se­hen haben, in der bis­he­ri­gen Par­tei­rol­le als Klä­ger oder Beklag­te an dem Ver­fah­ren wei­ter zu betei­li­gen sind 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Okto­ber 2015 – V ZR 76/​14

  1. vgl. BGH, Urteil vom 05.07.2013 – V ZR 241/​12, NJW 2013, 3098 Rn. 7 ff.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 05.07.2013 – V ZR 241/​12, aaO Rn. 15 sowie Mer­le, ZWE 2008, 109, 110 f.[]
  3. vgl. zum Gan­zen etwa Zöller/​Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 62 Rn. 32 mwN[]