Beschrän­kung der Rechts­mit­tel­zu­las­sung auf eine Par­tei

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs kann die Zulas­sung der Revi­si­on auf die­je­ni­ge Par­tei beschränkt wer­den, zu deren Nach­teil das Beru­fungs­ge­richt die von ihm für klä­rungs­be­dürf­tig gehal­te­ne Rechts­fra­ge ent­schie­den hat.

Beschrän­kung der Rechts­mit­tel­zu­las­sung auf eine Par­tei

Die Zulas­sung der Revi­si­on wirkt in die­sem Fall nicht zuguns­ten der Par­tei, zu deren Guns­ten die Rechts­fra­ge ent­schie­den wor­den ist und die das Urteil aus gänz­lich ande­ren Grün­den angreift 1.

So liegt es in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Das Beru­fungs­ge­richt hat die Revi­si­on gemäß § 543 Abs. 2 Satz 1, Nr. 2 Alt. 1 ZPO zur Klä­rung der Fra­ge zuge­las­sen, ob und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Ver­weis auf Anla­gen mit der Ein­hal­tung der Text­form gemäß § 126b BGB zu ver­ein­ba­ren ist. Es hat dar­auf abge­stellt, dass die Klä­ge­rin die Text­form des § 554 Abs. 3 Satz 1 BGB aF gewahrt habe. Die­se Beur­tei­lung wirkt sich nur zu Las­ten der Beklag­ten aus. Hin­ge­gen ist die von der Revi­si­on ange­grif­fe­ne Kla­ge­ab­wei­sung auf Erwä­gun­gen gestützt, die mit der Zulas­sungs­fra­ge in kei­nem Zusam­men­hang ste­hen und für die das Beru­fungs­ge­richt kei­nen Klä­rungs­be­darf gese­hen hat. Auch wenn das Beru­fungs­ge­richt im Tenor sei­ner Ent­schei­dung die Revi­si­on zuge­las­sen hat, ohne dort aus­drück­lich eine Ein­schrän­kung vor­zu­neh­men, ergibt sich die Beschrän­kung der Zulas­sung auf die Beklag­ten mit der erfor­der­li­chen Deut­lich­keit aus der gege­be­nen Begrün­dung.

Die­se vom Beru­fungs­ge­richt vor­ge­nom­me­ne Beschrän­kung der Revi­si­ons­zu­las­sung ist wirk­sam. Denn die Zulas­sung der Revi­si­on kann auf einen tat­säch­lich und recht­lich selb­stän­di­gen Teil des Streit­stoffs beschränkt wer­den, wel­cher Gegen­stand eines Teil­ur­teils sein kann oder auf den der Revi­si­ons­klä­ger sei­ne Revi­si­on beschrän­ken könn­te 2. Das ist hier der Fall.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Mai 2014 – VIII ZR 264/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 05.11.2003 – VIII ZR 320/​02, NJW-RR 2004, 426 unter II; vom 11.09.2008 – III ZR 212/​07, NJW 2008, 3558 Rn. 5, inso­weit in BGHZ 178, 51 nicht abge­druckt; BGH, Beschlüs­se vom 07.06.2011 – VI ZR 225/​10; vom 08.05.2012 – XI ZR 261/​10, NJW 2012, 2446 Rn. 6; vom 29.09.2012 – IV ZR 108/​12, VersR 2013, 120 Rn. 7; vom 27.03.2014 – III ZR 387/​13, mwN; Musielak/​Ball, ZPO, 11. Aufl., § 543 Rn. 16; Zöller/​Heßler, ZPO, 30. Aufl., § 543 Rn.20[]
  2. BGH, Urtei­le vom 12.05.2010 – VIII ZR 96/​09, NZM 2010, 548 Rn. 21; vom 24.01.2012 – VIII ZR 206/​11, WuM 2012, 163 Rn. 7[]