Beschwer – und der fest­ge­setz­te Streit­wert

Hat das Beru­fungs­ge­richt den Streit­wert für das Beru­fungs­ver­fah­ren auf der Grund­la­ge der von einer Par­tei gemach­ten tat­säch­li­chen Anga­ben nicht über 20.000 € fest­ge­setzt, ist die­se Par­tei gehin­dert, im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren mit neu­em Vor­trag die in den Tat­sa­chen­in­stan­zen gemach­ten Anga­ben zum Wert zu kor­ri­gie­ren, um die Wert­gren­ze des § 26 Nr. 8 EG-ZPO zu über­schrei­ten 1.

Beschwer – und der fest­ge­setz­te Streit­wert

Das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­klä­gers an einer Abän­de­rung der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung bemisst sich bei einem rechts­mit­tel­füh­ren­den Beklag­ten nach des­sen mate­ri­el­ler Beschwer und damit nach der Fra­ge, inwie­weit die Ent­schei­dung sei­ne Rechts­po­si­ti­on beein­träch­tigt oder sei­nen Pflich­ten­kreis erwei­tert 2.

Im vor­lie­gen­den Fall betrifft der aus­ge­ur­teil­te Fest­stel­lungs­te­nor die Beklag­ten unmit­tel­bar nur inso­weit, als das vom Klä­ger ein­ge­hol­te Gut­ach­ten mit dem dar­in gewähl­ten Stich­tag zur Ermitt­lung des Abfin­dungs­gut­ha­bens geeig­net ist. Das Beru­fungs­ge­richt hat aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sons­ti­ge Ein­wen­dun­gen hin­sicht­lich eines Abfin­dungs­an­spruchs des Klä­gers unbe­rührt blei­ben. Das Inter­es­se der Beklag­ten, die Durch­set­zung des Abfin­dungs­an­spruchs des Klä­gers zu ver­hin­dern, stellt sich als ledig­lich wirt­schaft­li­ches, mit­tel­ba­res Inter­es­se dar, das des­halb bei der Bemes­sung der Beschwer nicht zu berück­sich­ti­gen ist.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Janu­ar 2017 – II ZR 223/​15

  1. BGH, Beschluss vom 27.10.2015 – II ZR 13/​15 Rn. 6 mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 13.08.2015 – III ZR 333/​14 Rn. 5; Beschluss vom 25.09.2013 – VII ZB 26/​11, NJW-RR 2014, 110 Rn. 10[]