Beschwer – und der Zeit­punkt ihrer Bewer­tung

Maß­ge­bend für die Bewer­tung der Beschwer der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ist der Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Beru­fungs­ge­richt 1.

Beschwer – und der Zeit­punkt ihrer Bewer­tung

Des­we­gen ist es uner­heb­lich, dass der Streit­wert des Beru­fungs­ver­fah­rens bei Ein­le­gung und Begrün­dung der Beru­fung 110.000 € betra­gen hat, weil das Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen des Schuld­ners erst danach eröff­net wor­den ist.

Dar­an ändert auch der Umstand nichts, dass das Beru­fungs­ge­richt die Beru­fung der Klä­ge­rin im Tenor ohne die aus­drück­li­che Ein­schrän­kung zurück­ge­wie­sen hat, die Beru­fungs­zu­rück­wei­sung erfol­ge mit der Maß­ga­be, dass die Tabel­len­fest­stel­lungs­kla­ge der­zeit unzu­läs­sig sei. Denn die­se Ein­schrän­kung ergibt sich aus den Urteils­grün­den. Ein Urteils­te­nor kann unter Her­an­zie­hung der Ent­schei­dungs­grün­de aus­ge­legt wer­den 2.

Mit der Auf­nah­me des Rechts­streits allein gegen den Insol­venz­ver­wal­ter und der Umstel­lung der Zah­lungs­kla­ge auf eine Kla­ge auf Fest­stel­lung, dass ihre von dem beklag­ten Insol­venz­ver­wal­ter bestrit­te­ne For­de­rung im Insol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen des Schuld­ners zur Tabel­le aner­kannt wer­de (§ 264 Nr. 3 ZPO; vgl. BGH, Beschluss vom 31.10.2012 – III ZR 204/​12, BGHZ 195, 233 Rn. 22), will die Klä­ge­rin ihre Teil­nah­me an dem Ver­tei­lungs­ver­fah­ren nach §§ 187 ff InsO zur Rea­li­sie­rung einer Quo­te durch­set­zen 3. Das ergibt sich aus § 182 InsO, wonach der Streit­wert der Tabel­len­fest­stel­lungs­kla­ge sich allein aus der zu erwar­ten­den Quo­te bestimmt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 12. Mai 2016 – IX ZA 32/​15

  1. BGH, Beschluss vom 25.02.2014 – II ZR 156/​13, NZI 2014, 357 Rn. 9[]
  2. BGH, Urteil vom 27.11.2014 – I ZR 124/​11, GRUR 2015, 672 Rn. 37; vom 06.10.2015 – KZR 87/​13, WRP 2016, 229 Rn. 34; vom 15.12 2015 – X ZR 30/​14, GRUR 2016, 257 Rn. 104[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 19.02.1964 – Ib ZR 155/​62, NJW 1964, 1229 f[]