Beschwer­de in Zwangs­voll­stre­ckungs­sa­chen – und die Ent­schei­dung des Ein­zel­rich­ters

Bejaht ein Ein­zel­rich­ter die grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che, etwa indem er in sei­ner Beschwer­de­ent­schei­dung die Rechts­be­schwer­de zulässt, darf er über die Beschwer­de nicht selbst ent­schei­den, son­dern muss das Ver­fah­ren wegen der von ihm bejah­ten grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che gemäß § 568 Satz 2 Nr. 2 ZPO der mit drei Rich­tern besetz­ten Kam­mer über­tra­gen.

Beschwer­de in Zwangs­voll­stre­ckungs­sa­chen – und die Ent­schei­dung des Ein­zel­rich­ters

Dem ori­gi­nä­ren Ein­zel­rich­ter nach § 568 ZPO ist die Ent­schei­dung von Rechts­sa­chen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung schlecht­hin ver­sagt [1].

Der Begriff der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung ist im wei­tes­ten Sin­ne zu ver­ste­hen, so dass nicht der Ein­zel­rich­ter, son­dern das Kol­le­gi­um ent­schei­den muss, wenn zur Wah­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung oder wie vor­lie­gend – zur Fort­bil­dung des Rechts eine Ent­schei­dung des Rechts­mit­tel­ge­richts gebo­ten ist [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. April 2016 – I ZB 92/​15

  1. BGH, Beschluss vom 16.05.2012 – I ZB 65/​11, NJW 2012, 3518 Rn. 4 mwN[]
  2. st. Rspr., vgl. nur BGH, Beschluss vom 24.11.2011 – VII ZB 33/​11, NJW-RR 2012, 441 Rn. 9[]