Beschwer­de­ent­schei­dun­gen – und ihre Begrün­dung

Nach § 577 Abs. 2 Satz 4, § 559 ZPO hat das Rechts­be­schwer­de­ge­richt grund­sätz­lich von dem Sach­ver­halt aus­zu­ge­hen, den das Beschwer­de­ge­richt fest­ge­stellt hat. Feh­len tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen hier­zu, ist es zu einer recht­li­chen Über­prü­fung nicht in der Lage.

Beschwer­de­ent­schei­dun­gen – und ihre Begrün­dung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs müs­sen daher Beschlüs­se, die der Rechts­be­schwer­de unter­lie­gen, den maß­geb­li­chen Sach­ver­halt, über den ent­schie­den wird, wie­der­ge­ben und den Streit­ge­gen­stand und die Anträ­ge in bei­den Instan­zen erken­nen las­sen.

Wird die­sen Anfor­de­run­gen nicht genügt, ist der Beschluss nicht mit den nach dem Gesetz (§ 576 Abs. 3, § 547 Nr. 6 ZPO) erfor­der­li­chen Grün­den ver­se­hen und bereits aus die­sem Grund auf­zu­he­ben1.

So ver­hiellt es sich auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Dem ange­foch­te­nen Beschluss ist zwar zu ent­neh­men, dass der Antrag auf Durch­füh­rung eines selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens zurück­ge­wie­sen wird. Der ange­foch­te­ne Beschluss gibt jedoch weder den Sach­ver­halt noch die Anträ­ge der Antrag­stel­le­rin wie­der. Er ent­hält ledig­lich recht­li­che Schluss­fol­ge­run­gen, ohne deren tat­säch­li­che Grund­la­ge mit­zu­tei­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom vom 21. Juli 2016 – I ZB 121/​15

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 16.04.2013 – VI ZB 50/​12, NJW-RR 2013, 1077 Rn. 4; Beschluss vom 27.08.2014 – XII ZB 266/​13, MDR 2014, 1339 Rn. 7 und 9, Beschluss vom 11.12 2014 – I ZB 7/​14, ZUM-RD 2015, 214 Rn. 5, jeweils mwN []