Besei­ti­gung eines Bau­werks – und der Wert der Beschwer

Der Wert der Beschwer des zur Besei­ti­gung eines Bau­werks ver­ur­teil­ten Beklag­ten bemisst sich grund­sätz­lich nach den Kos­ten einer Ersatz­vor­nah­me des Abris­ses, die ihm im Fal­le des Unter­lie­gens dro­hen 1.

Besei­ti­gung eines Bau­werks – und der Wert der Beschwer

Dass die­se Kos­ten einen Betrag von 20.000 € über­stei­gen (§ 26 Nr. 8 EGZPO), ist von dem Beschwer­de­füh­rer dar­zu­le­gen und gemäß § 294 ZPO glaub­haft zu machen.

Auf die­ser Grund­la­ge sah der Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall die erfor­der­li­che Beschwer als nicht erreicht: In dem von der Beschwer­de vor­ge­leg­ten Kos­ten­vor­anschlag über eine Gesamt­brut­to­sum­me von 22.968, 25 € ist ein Betrag von 8.463 € net­to für die Lie­fe­rung und Ver­le­gung von Stan­dard­mau­er­schei­ben in Ansatz gebracht; die bis­her ver­wen­de­ten Stei­ne (Find­lin­ge) sol­len ein­ge­la­gert wer­den. Die Not­wen­dig­keit der Ver­wen­dung der neu­en Mate­ria­li­en für die Wie­der­errich­tung der Stütz­mau­er unter Ein­hal­tung des Grenz­ab­stands von 0, 5 m ist nicht dar­ge­legt. Eine etwa in Betracht kom­men­de Wert­min­de­rung des Grund­stücks infol­ge der Ver­le­gung der Stütz­mau­er ist nicht gel­tend gemacht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Mai 2019 – V ZR 290/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.01.2015 – V ZB 135/​14, NJW-RR 2015, 337 Rn. 3 mwN[]