Beson­de­re per­sön­li­che Bezie­hun­gen des Rich­ters

Die Besorg­nis der Befan­gen­heit führt zur Ableh­nung, wenn aus der Sicht eines Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten bei ver­nünf­ti­ger Wür­di­gung aller Umstän­de Anlass gege­ben ist, an der Unvor­ein­ge­nom­men­heit und objek­ti­ven Ein­stel­lung des Rich­ters zu zwei­feln [1].

Beson­de­re per­sön­li­che Bezie­hun­gen des Rich­ters

Beson­de­re per­sön­li­che Bezie­hun­gen des Rich­ters zu einem Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten kön­nen geeig­net sein, ein sol­ches Miss­trau­en eines Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten in die Unpar­tei­lich­keit eines Rich­ters zu recht­fer­ti­gen [2].

Eine Bekannt­schaft oder locke­re Freund­schaft stellt aller­dings regel­mä­ßig noch kei­ne für eine Besorg­nis der Befan­gen­heit aus­rei­chen­de beson­de­re per­sön­li­che Bezie­hung dar [3].

Es begrün­det aber die Besorg­nis der Befan­gen­heit, wenn eine über eine Bekannt­schaft oder locke­re Freund­schaft hin­aus­rei­chen­de per­sön­li­che Bezie­hung besteht. Dabei steht ein gesetz­li­cher Ver­tre­ter hin­sicht­lich sei­nes Inter­es­ses am Ver­fah­rens­aus­gang dem unmit­tel­bar betei­lig­ten Rechts­trä­ger gleich.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2015 – RiZ ® 1/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 15.03.2012 – V ZB 102/​11, NJW 2012, 1890 Rn. 10; Beschluss vom 10.06.2013 – AnwZ (Brfg) 24/​12, NJW-RR 2013, 1211 Rn. 6; Beschluss vom 24.11.2014 – BLw 2/​14, MDR 2015, 608 Rn. 3[]
  2. BGH, Beschluss vom 24.04.2013 – RiZ 4/​12 28; Beschluss vom 15.03.2011 – II ZR 237/​09, WM 2011, 812 Rn. 2; Beschluss vom 15.03.2011 – II ZR 244/​09, NJW-RR 2011, 648 Rn. 2[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 29.06.2009 – I ZR 168/​06 6 f.; Beschluss vom 13.06.2005 – X ZR 195/​03 8; BAG, NZA-RR 2010, 516, 517[]