Besorg­nis der Befan­gen­heit – und die ver­meint­lich feh­ler­haf­te Rechts­an­wen­dung

Nach § 42 Abs. 2 ZPO kann ein Rich­ter von den Par­tei­en wegen Besorg­nis der Befan­gen­heit abge­lehnt wer­den, wenn ein Grund vor­liegt, der geeig­net ist, Miss­trau­en gegen die Unpar­tei­lich­keit des Rich­ters zu recht­fer­ti­gen.

Besorg­nis der Befan­gen­heit – und die ver­meint­lich feh­ler­haf­te Rechts­an­wen­dung

Dabei kom­men aber nur objek­ti­ve Grün­de in Betracht, die aus der Sicht einer ver­stän­di­gen Pro­zess­par­tei berech­tig­te Zwei­fel an der Unpar­tei­lich­keit oder der Unab­hän­gig­keit des abge­lehn­ten Rich­ters auf­kom­men las­sen, wäh­rend rein sub­jek­ti­ve Vor­stel­lun­gen oder Gedan­ken­gän­ge des Ableh­nen­den als Ableh­nungs­grün­de aus­schei­den [1].

hält. Die ver­meint­li­che Feh­ler­haf­tig­keit der einer Ent­schei­dung zugrun­de lie­gen­den Rechts­an­wen­dung ist jedoch – von Fall­ge­stal­tun­gen einer offen­sicht­li­chen Unhalt­bar­keit abge­se­hen – nicht geeig­net, eine Ableh­nung wegen Befan­gen­heit zu begrün­den [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. April 2018 – VIII ZR 127/​17

  1. BGH, Beschlüs­se vom 18.02.2014 – VIII ZR 271/​13 7; vom 10.10.2017 – III ZA 12/​17 3; vom 20.11.2017 – IX ZR 80/​15 3; jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 12.10.2011 – V ZR 8/​10, NJW-RR 2012, 61 Rn. 7; vom 01.06.2017 – I ZB 4/​16 15; vom 20.11.2017 – IX ZR 80/​15, aaO Rn. 5; BVerwG, Beschluss vom 20.11.2017 – 6 B 47/​17 8; jeweils mwN[]