Besorg­nis der Befan­gen­heit – und die ver­nünf­ti­ge Wür­di­gung aller Umstän­de

Nach § 42 Abs. 2 ZPO fin­det die Ableh­nung eines Rich­ters wegen der Besorg­nis der Befan­gen­heit statt, wenn ein Grund vor­liegt, der geeig­net ist, Miss­trau­en gegen sei­ne Unpar­tei­lich­keit zu recht­fer­ti­gen.

Besorg­nis der Befan­gen­heit – und die ver­nünf­ti­ge Wür­di­gung aller Umstän­de

Dies ist dann der Fall, wenn aus der Sicht einer Par­tei bei ver­nünf­ti­ger Wür­di­gung aller Umstän­de Anlass gege­ben ist, an der Unvor­ein­ge­nom­men­heit und objek­ti­ven Ein­stel­lung des Rich­ters zu zwei­feln 1.

Nicht erfor­der­lich ist dage­gen, dass tat­säch­lich eine Befan­gen­heit vor­liegt. Viel­mehr genügt es, dass die auf­ge­zeig­ten Umstän­de geeig­net sind, der Par­tei Anlass zu begrün­de­ten Zwei­feln zu geben; denn die Vor­schrif­ten über die Befan­gen­heit von Rich­tern bezwe­cken, bereits den bösen Schein einer mög­li­cher­wei­se feh­len­den Unvor­ein­ge­nom­men­heit und Objek­ti­vi­tät zu ver­mei­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Okto­ber 2016 – AnwZ (Brfg) 46/​15

  1. st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschluss vom 15.03.2012 – V ZB 102/​11, NJW 2012, 1890 Rn. 10; Bun­des­ge­richts­hof, Beschlüs­se vom 20.08.2014 – AnwZ 3/​13 5; und vom 10.06.2013 – AnwZ (Brfg) 24/​12, NJW-RR 2013, 1211 Rn. 6; jeweils mwN[]
  2. vgl. nur BGH, Beschluss vom 15.03.2012, aaO; BVerfGE 108, 122, 126[]