Bestrei­ten und Sub­stan­ti­ie­rungs­pflicht

Die Erklä­rungs­last des Pro­zess­geg­ners ist in Bestehen und Umfang davon abhän­gig, wie die dar­le­gungs­pflich­ti­ge Par­tei vor­ge­tra­gen hat 1. In der Regel genügt gegen­über einer Tat­sa­chen­be­haup­tung des dar­le­gungs­pflich­ti­gen Klä­gers das ein­fa­che Bestrei­ten des Beklag­ten.

Bestrei­ten und Sub­stan­ti­ie­rungs­pflicht

Ob und inwie­weit die nicht dar­le­gungs­be­las­te­te Par­tei ihren Sach­vor­trag sub­stan­ti­ier­ten muss, lässt sich nur aus dem Wech­sel­spiel von Vor­trag und Gegen­vor­trag bestim­men, wobei die Ergän­zung und Auf­glie­de­rung des Sach­vor­trags bei hin­rei­chen­dem Gegen­vor­trag immer zunächst Sache der dar­le­gungs- und beweis­pflich­ti­gen Par­tei ist 2.

Eine dar­über hin­aus­ge­hen­de Sub­stan­ti­ie­rungs­last trifft die nicht beweis­be­las­te­te Par­tei nur aus­nahms­wei­se dann, wenn der dar­le­gungs­pflich­ti­ge Geg­ner außer­halb des von ihm dar­zu­le­gen­den Gesche­hens­ab­laufs steht und die maß­ge­ben­den Tat­sa­chen nicht näher kennt, wäh­rend sie der ande­ren Par­tei bekannt und ergän­zen­de Anga­ben zuzu­mu­ten sind 3 jeweils mwN)).

Behaup­tet der Klä­ger den Abschluss eines bestimm­ten Ver­trags, braucht der Beklag­te nicht im Ergeb­nis dar­zu­le­gen, wes­halb er davon aus­geht, dass kein Ver­trag zustan­de kam. Er kann viel­mehr den Ver­trags­ab­schluss bestrei­ten, mit der Fol­ge, dass der Klä­ger nun­mehr die kon­kre­ten Umstän­de dar­zu­le­gen hat, die sei­nes Erach­tens zu einem Ver­trag führ­ten. Zu die­sen muss der Beklag­te sich dann eben­so kon­kret äußern.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. März 2014 – VI ZR 271/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 03.02.1999 – VIII ZR 14/​98, NJW 1999, 1404; Zöller/​Greger ZPO 30. Aufl. § 138 Rn. 8a[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 01.04.1993 – VII ZR 22/​92, DtZ 1993, 278 unter II. 2. b) cc); und vom 30.09.1993 – VII ZR 178/​91, NJW 1993, 3196 unter III. 1. jeweils mwN; vom 03.02.1999 – VIII ZR 14/​98, NJW 1999, 1404[]
  3. st. Rspr., vgl. z.B. BGH, Urteil vom 11.06.1990 – II ZR 159/​89, WM 1990, 1844 unter III. 2.; vom 17.10.1996 – IX ZR 293/​95, WM 1996, 2253 unter II. 2. b[]