Bürg­schafts­ver­ein­ba­rung in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen

Nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ge­richts­hof ist eine in Ver­trä­gen mit pri­va­ten Bau­her­ren ver­wen­de­te Klau­sel in den All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen eines Ein­fa­mi­li­en­fer­tig­haus­an­bie­ters wirk­sam, nach der der Bau­herr ver­pflich­tet ist, spä­tes­tens acht Wochen vor dem vor­ge­se­he­nen Bau­be­ginn eine unbe­fris­te­te, selbst­schuld­ne­ri­sche Bürg­schaft eines Kre­dit­in­sti­tuts in Höhe der geschul­de­ten Gesamt­ver­gü­tung zur Absi­che­rung aller sich aus dem Ver­trag erge­ben­den Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen des Bau­herrn vor­zu­le­gen.

Bürg­schafts­ver­ein­ba­rung in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen

Damit blieb die Kla­ge eines Ver­brau­cher­schutz­ver­eins gegen den Fer­tig­haus­an­bie­ter auf Unter­las­sung der Ver­wen­dung die­ser Klau­sel wie zuvor bereits vor dem Ober­lan­des­ge­richt Cel­le 1 auch letzt­in­stanz­lich vor dem Bun­des­ge­richts­hof ohne Erfolg, der Bun­des­ge­richts­hof wies die Revi­si­on des Ver­brau­cher­schutz­ver­eins gegen das kla­ge­ab­wei­sen­de Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le zurück.

Die Klau­sel benach­tei­ligt, so der Bun­des­ge­richts­hof, bei einer umfas­sen­den Wür­di­gung der Inter­es­sen bei­der Par­tei­en den Bau­herrn nicht unan­ge­mes­sen im Sin­ne des § 307 BGB. Zwar wer­de der Bau­herr mit den Kos­ten der Bürg­schaft in Form der Aval­pro­vi­si­on des Kre­dit­in­sti­tuts belas­tet. Das sei aber durch ein zumin­dest gleich­wer­ti­ges Inter­es­se des Fer­tig­haus­an­bie­ters auf Absi­che­rung sei­ner For­de­rung gerecht­fer­tigt. Die­ses erge­be sich aus des­sen Vor­leis­tungs­pflicht in Ver­bin­dung mit der Tat­sa­che, dass es kei­ne gesetz­li­chen Rege­lun­gen gebe, die sein Siche­rungs­be­dürf­nis aus­rei­chend erfüll­ten. Die Kos­ten­be­las­tung für den Bau­herrn fal­le im Rah­men der übli­chen Finan­zie­rungs­kos­ten nicht ent­schei­dend ins Gewicht. Die abzu­si­chern­den Risi­ken sei­en dage­gen für den Fer­tig­haus­an­bie­ter nicht unwe­sent­lich.

Eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung sei auch nicht gemäß § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB indi­ziert. Die Ver­pflich­tung zur Vor­la­ge einer Bürg­schaft zur Absi­che­rung aller sich aus dem Ver­trag erge­be­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen des Bau­herrn wei­che nicht von der gesetz­li­chen Rege­lung des § 648 a BGB ab. Die­se Vor­schrift betref­fe aus­schließ­lich ein Sicher­heits­ver­lan­gen des Unter­neh­mers nach Ver­trags­schluss; aus ihr kön­ne man nichts für die Zuläs­sig­keit einer Sicher­hei­ten­ver­ein­ba­rung bei Ver­trags­schluss ent­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Mai 2010 – VII ZR 165/​09

  1. OLG Cel­le, Urteil vom 19.08.2009 – 13 U 48/​09[]