Bul­ga­ri­sche Glas­tü­ren

Ein Rei­se­ver­an­stal­ter haf­tet nicht für Unfäl­le sei­ner Rei­sen­den, wenn in dem Hotel sowohl die Sicher­heits­re­geln des Gast­lan­des wie auch die typi­schen deut­schen Sicher­heits­re­geln ein­ge­hal­ten wur­den.

Bul­ga­ri­sche Glas­tü­ren

Anders als bei sei­nem am glei­chen Tag ver­kün­de­ten Urteil in dem Fall eines Stur­zes vom Hotel­bal­kon ver­nein­te damit das OLG Köln eine Haf­tung in einem Fall, in dem ein Fami­li­en­va­ter wäh­rend des Bul­ga­ri­en­ur­laub in eine Glas­tür des Hotels gestürzt war und sich durch das zer­split­tern­de Glas eine lebens­ge­fähr­li­che Ver­let­zung der Hals­schlag­ader zuge­zo­gen hat­te, die zu sei­nem Glück von einem bri­ti­schen Hotel­gast sofort not­fall­mä­ßig ver­sorgt wer­den konn­te. Der Fami­li­en­va­ter hat­te Schmer­zens­geld und Ersatz wei­te­rer Schä­den mit der Begrün­dung ver­langt, die Glas­tür hät­te aus Sicher­heits­glas sein müs­sen. Die­ser Argu­men­ta­ti­on ist das OLG Köln aller­dings nicht gefolgt; selbst nach deut­schen Sicher­heits­stan­dards müss­ten Glas­tü­ren wie etwa typi­sche Bal­kon- oder Ter­ras­sen­tü­ren nicht mit split­ter­frei­em Glas aus­ge­stat­tet sein oder Warn­auf­kle­ber tra­gen. Dass in Bul­ga­ri­en etwas ande­res gel­te, habe der Anspruch­stel­ler nicht vor­ge­tra­gen. Den Rei­se­ver­an­stal­ter tref­fe auch kei­ne beson­de­re Pflicht, Glas­tü­ren in Hotel­un­ter­künf­ten zu über­prü­fen. Anders könn­te es nur sein, wenn etwa mit einer beson­de­ren "kind­ge­rech­ten Aus­stat­tung" gewor­ben wor­den sei, was hier aber nicht der Fall war.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Urteil vom 18. Dezem­ber 2006 – 16 U 31/​06)