Dar­le­hens­neh­mer: Rech­te und Pflich­ten im Überblick

Mit einem Dar­le­hen erhält der Dar­le­hens­neh­mer die Mög­lich­keit, grö­ße­re Pro­jek­te wie etwa eine Fir­men­grün­dung, einen Haus­kauf oder die Anschaf­fung eines Autos sofort zu stem­men und zu den dafür nöti­gen finan­zi­el­len Mit­teln zu gelan­gen. Für Geschäfts­kun­den sind mit die­sen Ver­trä­gen grö­ße­re Inves­ti­tio­nen in die Fir­ma möglich.

Dar­le­hens­neh­mer: Rech­te und Pflich­ten im Überblick

Dar­le­hens­ver­trä­ge kön­nen jeder­zeit mit der Bank oder ande­ren Finanz­in­sti­tu­ten aus­ge­han­delt wer­den, mit denen man in das Geschäft tre­ten möch­te. Die Rech­te und Pflich­ten sind dar­in für bei­de Sei­ten klar gere­gelt. Auch bei einem Pri­vat­kre­dit zwi­schen zwei Pri­vat­per­so­nen ist ein umfas­sen­der Ver­trag zu emp­feh­len, um mög­li­che Kon­flikt­si­tua­tio­nen und Unklar­hei­ten im Vor­aus aus­zu­schlie­ßen. Es kann sich loh­nen, einen Mus­ter-Dar­le­hens­ver­trag als Grund­la­ge zu neh­men, um alle Even­tua­li­tä­ten abzudecken.

Wir wid­men uns in der Fol­ge den Rech­ten und Pflich­ten aus der Sei­te der Darlehensnehmer.

Die Rech­te der Darlehensnehmer

Der Dar­le­hens­neh­mer kann mit dem Betrag, den er in Fol­ge des Dar­le­hens­ver­trags unver­züg­lich erhält, nach frei­em Ermes­sen wal­ten. Der Gesetz­ge­ber spricht hier von der Frei­heit in Bezug auf die Aus­zah­lung und die Belas­sung. Zugleich hat der Dar­le­hens­neh­mer das Recht, die Rück­zah­lungs­art nach den Buch­sta­ben des Ver­trags bis zum Ver­trags­en­de bei­zu­be­hal­ten. Zumeist wird dafür die Raten­zah­lung gewählt. Es ist aber auch eine Direkt­rück­zah­lung nach einem fest­ge­leg­ten Zeit­punkt sowie eine Beglei­chung mit Rest­schuld möglich.

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Um den Über­blick über sei­ne Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se zu wah­ren, darf der Dar­le­hens­neh­mer jeder­zeit nach dem Til­gungs­plan ver­lan­gen, in dem sämt­li­che bereits gezahl­te Schul­den sowie die noch an den Gläu­bi­ger zu zah­len­den Beträ­ge auf­ge­führt sind.

Ände­run­gen am Soll­zins müs­sen dem Dar­le­hens­neh­mer mit­ge­teilt wer­den. Nach § 489 BGB hat er sogar das Recht dazu, aus einem lau­fen­den Ver­trag aus­zu­stei­gen, sofern die Soll­zins­bin­dung vor dem Rück­zah­lungs­en­de erlischt und kein neu­er Ver­trag aus­ge­han­delt wer­den konn­te. Bei Dar­le­hen mit varia­blem Zins­satz besteht sogar ein dau­er­haf­tes Kün­di­gungs­recht auf­sei­ten des Dar­le­hens­neh­mers, wenn er die im BGB sta­tu­ier­ten Kün­di­gungs­fris­ten einhält.

Die Pflich­ten der Darlehensnehmer

Die Pflich­ten beim Dar­le­hens­ver­trag bezie­hen sich auf das Bedürf­nis nach Rechts­si­cher­heit auf­sei­ten der Gläu­bi­ger, die durch ihre Zin­sen zwar an dem Geschäft ver­die­nen, aber auch sicher sein möch­ten, das gelie­he­ne Geld in Gän­ze zurück­zu­er­hal­ten. Auf die­se Wei­se muss der Dar­le­hens­neh­mer eine Kün­di­gung des Dar­le­hens­ver­trags bereits im Vor­feld hin­neh­men, wenn sich sei­ne Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se zu sei­nem Nach­teil so geän­dert haben, dass die kon­ti­nu­ier­li­che Schuld­til­gung nicht mehr gewähr­leis­tet ist. Das Kün­di­gungs­recht behält der Dar­le­hens­ge­ber sogar nach der Aus­zah­lung bei. In die­sem Fall hat die Kün­di­gung frist­los zu erfolgen.

Der Dar­le­hens­neh­mer muss den Dar­le­hens­ge­ber über sei­ne Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se oder gra­vie­ren­de Ver­än­de­run­gen infor­mie­ren. Bei Pri­vat­kun­den ist die­ser Ablauf über die Schufa-Klau­sel und bei Geschäfts­kun­den über die Nega­tiv­erklä­rung definiert.

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Der Dar­le­hens­neh­mer ist dazu ver­pflich­tet, dem Gläu­bi­ger den Betrag plus ver­ein­bar­te Zin­sen zurück­zu­zah­len. Auch Ver­zugs­zin­sen hat der Dar­le­hens­neh­mer zu tra­gen, die 5 % über dem aktu­el­len Basis­zins­satz der EZB lie­gen. Sofern der Gläu­bi­ger dar­auf besteht, darf die­ser vor der Aus­zah­lung Sicher­hei­ten vom Kun­den ver­lan­gen. Dabei han­delt es sich in der Regel um Sach­wer­te, Hypo­the­ken oder eine Grund­schuld. Die Grund­schuld bezieht sich auf Gel­der aus Immo­bi­li­en, die dem Gläu­bi­ger bei Nicht­er­fül­lung der Zah­lungs­pflicht zustehen.

Wenn Dar­le­hens­neh­mer nicht zahlen

Wenn der Dar­le­hens­neh­mer sei­nen Ver­pflich­tun­gen nicht nach­kommt, tritt Ver­zug in Kraft. Der übli­che Ablauf besteht in der Mah­nung und der For­de­rung nach Ver­zugs­zin­sen. Sobald der Kun­de trotz Mah­nung sei­ner Zah­lungs­pflicht wei­ter­hin nicht nach­kommt, darf der Gläu­bi­ger den Ver­trag zurück­zie­hen und die sofor­ti­ge Til­gung der Rest­schuld plus Zin­sen ver­lan­gen. Bleibt auch die­se für den fest­ge­leg­ten Zeit­punkt aus, dann darf der Gläu­bi­ger das Geld via Inkas­so-Ver­fah­ren ein­trei­ben. In der Pra­xis hat sich auf­grund der rela­tiv ein­fa­chen Pro­zes­se als Alter­na­ti­ve dazu das Mahn­ver­fah­ren eta­bliert. Wenn der Dar­le­hens­neh­mer ver­stor­ben ist und aus die­sem Grund sei­ner Zah­lungs­pflicht nicht nach­kom­men kann, dann geht die Rest­schuld an den Erben über.

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