Dar­lehn statt Bürg­schaft

Durch die Ablö­sung einer Bürg­schaft durch ein Dar­le­hen ent­steht eine neue Schuld, die von der durch die Bürg­schaft ursprüng­lich abge­si­cher­ten Haupt­for­de­rung unab­hän­gig ist. Der Dar­le­hens­neh­mer kann dem Anspruch der Bank aus dem Dar­le­hens­ver­trag die Ver­jäh­rung der Haupt­for­de­rung mit­hin nicht mit Erfolg ent­ge­gen hal­ten.

Dar­lehn statt Bürg­schaft

Denn die Dar­lehn­s­auf­nah­me dient in die­sem Fall nicht der Stun­dung der Bür­gen­schuld ver­bun­den mit einer Raten­zah­lungs­ver­ein­ba­rung, son­dern ihrer (voll­stän­di­gen) Til­gung. Zwar ist zutref­fend, dass eine Schuld­um­schaf­fung, hier also die Erset­zung der Bürg­schafts­schuld durch den Dar­le­hens­ver­trag, an stren­ge Vor­aus­set­zun­gen geknüpft ist und nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs und bereits des Reichs­ge­richts bei der Fest­stel­lung des Wil­lens der Par­tei­en, das alte Schuld­ver­hält­nis auf­zu­he­ben und durch ein neu begrün­de­tes Rechts­ver­hält­nis zu erset­zen, gro­ße Vor­sicht gebo­ten und bei Zwei­feln an einer Schuld­um­schaf­fung regel­mä­ßig von einem Abän­de­rungs­ver­trag aus­zu­ge­hen ist 1. Sol­che Zwei­fel erge­ben sich aus vor­ste­hen­den Grün­den aber gera­de nicht.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 17. Febru­ar 2010 – 3 U 182/​09

  1. BGH, Urteil vom 14.11.1985 – III ZR 80/​84, WM 1986, 135 ff.[]