Dar­lehn­s­ab­tre­tung und Daten­schutz

Das Bank­ge­heim­nis sowie das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz hin­dern nicht die wirk­sa­me Abtre­tung von Dar­le­hens­for­de­run­gen. Das hat jetzt der für das Bank- und Bör­sen­recht zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­ho­fes in einem Rechts­streit ent­schie­den, in dem die Par­tei­en über die Wirk­sam­keit der Abtre­tung einer Dar­le­hens­for­de­rung durch ein Kre­dit­in­sti­tut strit­ten.

Dar­lehn­s­ab­tre­tung und Daten­schutz

In dem zugrun­de lie­gen­den Fall nimmt die Klä­ge­rin, Bei­trei­bungs- und Ver­wer­tungs­ge­sell­schaft einer Ban­ken­grup­pe, die Beklag­ten zu 1) und 2) aus abge­tre­te­nem Recht einer Raiff­ei­sen­bank auf Rück­zah­lung eines Dar­le­hens zur Finan­zie­rung des Erwerbs von zwei Eigen­tums­woh­nun­gen und den Beklag­ten zu 3 ) als Bür­gen in Anspruch. Die Beklag­ten bestrei­ten unter Beru­fung auf das Bank­ge­heim­nis und das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz vor allem die Wirk­sam­keit der Abtre­tung. Außer­dem erhebt der Beklag­te zu 3) wei­te­re Ein­wen­dun­gen gegen sei­ne Haf­tung aus der Bürg­schaft. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen, das Ober­lan­des­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben.

Der XI. Zivil­se­nat hat die Revi­si­on der Beklag­ten zu 1) und 2) zurück­ge­wie­sen. Die Klä­ge­rin ist zur Gel­tend­ma­chung der Dar­le­hens­for­de­rung befugt, weil der Abtre­tung weder das Bank­ge­heim­nis noch das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ent­ge­gen­ste­hen. Zwar kann ein Ver­stoß gegen die Ver­schwie­gen­heits­pflicht bzw. gegen daten­schutz­recht­li­che Bestim­mun­gen zu einem Scha­dens­er­satz­an­spruch des Kun­den gegen die Bank füh­ren. Die Wirk­sam­keit der For­de­rungs­ab­tre­tung wird hier­von jedoch nicht berührt, weil sich weder aus dem Bank­ge­heim­nis die zumin­dest still­schwei­gen­de Ver­ein­ba­rung eines Abtre­tungs­ver­bots noch aus dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz oder aus sons­ti­gen Bestim­mun­gen ein gesetz­li­ches Abtre­tungs­ver­bot her­lei­ten las­sen. Auf­grund des­sen ist die Klä­ge­rin auch Inha­be­rin des Bürg­schafts­an­spruchs gegen den Beklag­ten zu 3) gewor­den. Da inso­weit aber noch wei­te­re tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen zu einem von dem Beklag­ten zu 3) behaup­te­ten Erlö­schen der Bürg­schafts­for­de­rung erfor­der­lich sind, hat der Bun­des­ge­richts­hof in Bezug auf die gegen den Beklag­ten zu 3) gerich­te­te Kla­ge das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und das Ver­fah­ren zur erneu­ten Prü­fung an das Ober­lan­des­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Febru­ar 2007 ? XI ZR 195/​05