Das Bade­ver­bot zum Schutz vor Hai­en

Ein Rei­se­ver­an­stal­ter ist nicht dazu ver­pflich­tet sei­nen Rei­sen­den ein unge­fähr­de­tes Schwim­men im Meer zu ermög­li­chen. Ein Bade­ver­bot zum Schutz der Urlau­ber vor orts­üb­li­chen Gefah­ren (Hai­an­grif­fe) stellt kei­nen Rei­se­man­gel dar.

Das Bade­ver­bot zum Schutz vor Hai­en

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Ehe­paa­res abge­wie­sen, das wegen Bade­ver­bots am Urlaubs­ort vom Rei­se­ver­an­stal­ter die Hälf­te des Rei­se­prei­ses zurück­ver­langt hat. Das Ehe­paar buch­te bei einem Münch­ner Rei­se­ver­an­stal­ter für Anfang Sep­tem­ber 2011 einen Pau­schal­ur­laub auf der Sey­chel­len­in­sel Pras­lin zum Preis von 4462 Euro. Eini­ge Zeit vor der Anrei­se der Urlau­ber spra­chen die ört­li­chen Sicher­heits­be­hör­den für ein­zel­ne Strän­de der Sey­chel­len eine Bade­ver­bot aus, da vor dem Strand Anse Lazio der Insel Pras­lin ein Hai­an­griff statt­ge­fun­den hat­te. Das Bade­ver­bot bestand auch noch, als das Ehe­paar anreis­te. Die­ses fühl­te sich durch die Rege­lung in ihrer Urlaubs­freu­de beein­träch­tigt und woll­te die Hälf­te des Rei­se­prei­ses als Ent­schä­di­gung vom Rei­se­ver­an­stal­ter zurück bezahlt bekom­men. Die­ser wei­ger­te sich, so dass vom Ehe­paar Kla­ge erho­ben wor­den ist.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen stün­den den Rei­sen­den weder ein Scha­den­er­satz­an­spruch noch ein Min­de­rungs­an­spruch zu. Die Rei­se sei nicht man­gel­haft. Der Strand sei wäh­rend der Rei­se­zeit der Klä­ger nutz­bar gewe­sen. Den Rei­se­ver­an­stal­ter tref­fe nicht die Ver­pflich­tung, dem Rei­sen­den ein unge­fähr­de­tes Schwim­men im Meer zu ermög­li­chen. Ein Bade­ver­bot stel­le daher kei­nen Rei­se­man­gel dar. Dies gel­te umso mehr, wenn das zeit­li­che Bade­ver­bot zum Schutz der Urlau­ber vor orts­üb­li­chen Gefah­ren erfol­ge.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 14. Dezem­ber 2012 – 242 C 16069/​12