Das deut­sches AGB-Recht und die let­ti­sche Flug­ge­sell­schaft

Für die Kla­ge eines Ver­brau­cher­schutz­ver­eins, mit der die­ser von einem Luft­ver­kehrs­un­ter­neh­men mit Sitz in einem Mit­glied­staat der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten begehrt, die Ver­wen­dung miss­bräuch­li­cher Klau­seln in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu unter­las­sen, sind die deut­schen Gerich­te inter­na­tio­nal zustän­dig.

Das deut­sches AGB-Recht und die let­ti­sche Flug­ge­sell­schaft

Wird ein inner­ge­mein­schaft­li­cher Ver­stoß gegen Geset­ze zum Schutz der Ver­brau­cher­inter­es­sen durch Ver­wen­dung miss­bräuch­li­cher Klau­seln in All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen behaup­tet, ist das anwend­ba­re Sach­recht nach Art. 4 Abs. 1 der Rom-II-VO 1 zu bestim­men. Maß­geb­lich ist das Recht des Staats, in dem nach dem Kla­ge­vor­trag die kol­lek­ti­ven Ver­brau­cher­inter­es­sen durch Ver­wen­dung der Klau­sel beein­träch­tigt wor­den sind oder wahr­schein­lich beein­träch­tigt wer­den. Für die Beur­tei­lung der Wirk­sam­keit der All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen bedarf es bei grenz­über­schrei­ten­den Sach­ver­hal­ten einer geson­der­ten kol­li­si­ons­recht­li­chen Anknüp­fung nach dem Ver­trags­sta­tut.

Nach § 4a UKlaG kann auf Unter­las­sung in Anspruch genom­men wer­den, wer in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land All­ge­mei­ne Geschäfts­be­din­gun­gen ver­wen­det, die gegen Geset­ze eines ande­ren Mit­glied­staats zum Schutz der Ver­brau­cher im Sinn von Art. 3 Buchst. b der Ver­ord­nung (EG) Nr. 2006/​2004 vom 27. Okto­ber 2004 über die Zusam­men­ar­beit zwi­schen den für die Durch­set­zung der Ver­brau­cher­schutz­ge­set­ze zustän­di­gen natio­na­len Behör­den ver­sto­ßen.

Bei Ver­trä­gen über die Luft­be­för­de­rung von Per­so­nen ist der Ver­brau­cher­schutz als sol­cher kein Umstand, der im Sinn des Art. 28 Abs. 5 EGBGB enge­re Ver­bin­dun­gen mit einem ande­ren Staat als dem­je­ni­gen begrün­det, mit dem der Ver­trag auf Grund der Ver­mu­tung nach Art. 28 Abs. 2 EGBGB die engs­ten Ver­bin­dun­gen auf­weist.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Juli 2009 – Xa ZR 19/​08

  1. Ver­ord­nung (EG) Nr. 864/​2007 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 11. Juli 2007 über das auf außer­ver­trag­li­che Schuld­ver­hält­nis­se anzu­wen­den­de Recht[]