Das frem­de Expo­se eines ande­ren Mak­lers

Der Mak­ler, der einem Inter­es­sen­ten das Expo­sé eines ande­ren Mak­lers über­gibt, bringt damit grund­sätz­lich nicht zum Aus­druck, dass er im Erfolgs­fall selbst eine Pro­vi­si­on bean­sprucht. Will der Mak­ler auch für sol­che Objek­te eine Pro­vi­si­on bean­spru­chen, die ihm durch einen drit­ten Mak­ler benannt wor­den sind, muss er dies gegen­über dem Inter­es­sen­ten unmiss­ver­ständ­lich zum Aus­druck brin­gen.

Das frem­de Expo­se eines ande­ren Mak­lers

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist in der Ent­ge­gen­nah­me von Mak­ler­diens­ten nicht in jedem Fal­le und nicht ohne wei­te­res der Abschluss eines Mak­ler­ver­trags zu erbli­cken. Aus der Tat­sa­che, dass eine Par­tei sich die Mit­wir­kung des Mak­lers gefal­len lässt, folgt noch nicht not­wen­di­ger­wei­se, dass sie mit dem Mak­ler in Ver­trags­be­zie­hun­gen tre­ten will. Es ist Sache des Mak­lers, in die­ser Hin­sicht für kla­re Ver­hält­nis­se zu sor­gen. Wenn den Umstän­den nach mit der Mög­lich­keit zu rech­nen ist, dass der Kauf­in­ter­es­sent ihn für den Mak­ler des Ver­käu­fers hal­ten könn­te, muss er ein­deu­tig zum Aus­druck brin­gen, dass er Mak­ler des Käu­fers sein will. Das geeig­ne­te Mit­tel hier­zu ist ein aus­drück­li­ches Pro­vi­si­ons­ver­lan­gen [1]. Ein Kauf­in­ter­es­sent, der in Kennt­nis des ein­deu­ti­gen Pro­vi­si­ons­ver­lan­gens die Diens­te des Mak­lers in Anspruch nimmt, gibt damit grund­sätz­lich in schlüs­si­ger Wei­se zu erken­nen, dass er den in dem Pro­vi­si­ons­be­geh­ren lie­gen­den Antrag auf Abschluss eines Mak­ler­ver­trags anneh­men will [2].

Der Mak­ler, der einem Inter­es­sen­ten das Expo­sé eines ande­ren Mak­lers über­gibt, bringt damit grund­sätz­lich nicht zum Aus­druck, dass er im Erfolgs­fall selbst eine Pro­vi­si­on bean­sprucht. Er gibt damit kein Ange­bot auf Abschluss eines Mak­ler­ver­tra­ges mit ihm selbst ab. Da es Sache des Mak­lers ist, gegen­über dem Inter­es­sen­ten für kla­re Ver­hält­nis­se dar­über zu sor­gen, für wen er Mak­ler­leis­tun­gen erbrin­gen will [3], erfor­dert ein Pro­vi­si­ons­ver­lan­gen, wenn der Mak­ler das Expo­sé eines Drit­ten über­gibt, eine aus­drück­li­che Erklä­rung, dass er selbst eine pro­vi­si­ons­pflich­ti­ge Mak­ler­leis­tung für den Inter­es­sen­ten erbrin­gen will. Geschieht dies nicht, kann die Über­ga­be eines frem­den Expo­sés, selbst wenn ihr ein Besich­ti­gungs­ter­min nach­folgt, nicht als Ange­bot auf Abschluss eines Mak­ler­ver­tra­ges im eige­nen Namen ange­se­hen wer­den.

Nichts ande­res gilt, wenn der Mak­ler, der ein frem­des Expo­sé über­gibt, mit dem Inter­es­sen­ten bereits in ande­rem Zusam­men­hang durch einen Mak­ler­ver­trag ver­bun­den ist. Wenn die­ser Mak­ler bereits in der Ver­gan­gen­heit als Mak­ler für die Kun­den tätig gewor­den sein soll­te, ihnen wei­te­re Objek­te – ver­bun­den mit einem Pro­vi­si­ons­ver­lan­gen – ange­bo­ten hät­te und wenn das bis­he­ri­ge Ver­hal­ten der Kun­den dahin­ge­hend auf­ge­fasst wer­den kann, dass sie sich die Mak­ler­diens­te des Mak­lers gefal­len las­sen haben, wür­de dies dazu füh­ren, dass ein Mak­ler- ver­trag zwi­schen ihnen und dem Mak­ler zustan­de gekom­men wäre. Ein sol- cher­ma­ßen durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten zustan­de gekom­me­ner Mak­ler­ver­trag begrün­det eine Pro­vi­si­ons­pflicht der Beklag­ten jedoch nur für sol­che Objek­te, bei denen der Mak­ler erkenn­bar in eige­nem Namen für sie Mak­ler­leis­tun­gen erbracht hat. Ein der­ar­ti­ger, durch schlüs­si­ges Ver­hal­ten zustan­de gekom­me­ner Mak­ler­ver­trag kann nicht erwei­ternd aus­ge­legt wer­den. Der Mak­ler­kun­de, der von einem Mak­ler das Expo­sé eines drit­ten, ihm unbe­kann­ten Mak­lers erhält, kann auf­grund der Umstän­de anneh­men, dass es sich bei dem Expo­séer­stel­ler um einen Ver­käu­fer­mak­ler han­delt und dass der ihm gegen­über täti­ge Mak­ler in des­sen Auf­trag tätig wird.

Will der Mak­ler auch für sol­che Objek­te eine Pro­vi­si­on bean­spru­chen, die ihm durch einen drit­ten Mak­ler benannt wor­den sind, muss er dies gegen­über dem Inter­es­sen­ten unmiss­ver­ständ­lich zum Aus­druck brin­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Dezem­ber 2015 – I ZR 172/​14

  1. BGH, Urteil vom 17.09.1998 – III ZR 174/​97, NJW-RR 1999, 361, 362 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 06.12 2001 – III ZR 296/​00, NJW 2002, 817; Urteil vom 16.11.2006 – III ZR 57/​06, NJW-RR 2007, 400 Rn. 13[]
  3. vgl. BGH, NJW-RR 1999, 361, 362 mwN[]