Das nicht ein­ge­hol­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – und das recht­li­che Gehör

Zwar gebie­tet Art. 103 Abs. 1 GG iVm. den Grund­sät­zen der Zivil­pro­zess­ord­nung die Berück­sich­ti­gung erheb­li­cher Beweis­an­trä­ge. Die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots ver­stößt aller­dings erst dann gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn sie im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze mehr fin­det 1.

Das nicht ein­ge­hol­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – und das recht­li­che Gehör

Hat die Pro­zess­par­tei kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te dafür vor­ge­tra­gen, dass das Gericht die Beweis­fra­ge ohne zusätz­li­che sach­ver­stän­di­ge Hil­fe – neben dem inso­weit vom Gericht als sach­ver­stän­di­gen Zeu­gen ange­se­he­nen Zeu­gen – nicht wür­de beur­tei­len kön­nen, wes­halb das Lan­des­ar­beits­ge­richt dem Antrag auf Ein­ho­lung eines zusätz­li­chen Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens nicht ent­spre­chen muss­te 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 26. Janu­ar 2017 – 8 AZN 872/​16

  1. BVerfG 30.01.1985 – 1 BvR 393/​84BVerfGE 69, 141; BAG 5.11.2009 – 2 AZR 487/​08, Rn. 34; BGH 28.10.2014 – VI ZR 273/​13, Rn. 4[]
  2. vgl. hier­zu BVerfG 26.10.2011 – 2 BvR 320/​11, Rn. 55[]