Das ver­wei­ger­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – als Ver­stoß gegen das recht­li­che Gehör

Das Grund­recht auf recht­li­ches Gehör ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen und die ange­bo­te­nen Bewei­se zu erhe­ben 1.

Das ver­wei­ger­te Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – als Ver­stoß gegen das recht­li­che Gehör

Ein Gehörs­ver­stoß liegt auch vor, wenn das Gericht sich mit einer nur den äuße­ren Wort­laut, nicht aber den Sinn erfas­sen­den Wahr­neh­mung dem wesent­li­chen Kern des Par­tei­vor­trags ver­schließt 2.

Geht es um die Beur­tei­lung einer Fach­wis­sen vor­aus­set­zen­den Fra­ge, darf das Gericht auf die Ein­ho­lung eines Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens nur ver­zich­ten, wenn es ent­spre­chen­de eige­ne beson­de­re Sach­kun­de aus­zu­wei­sen ver­mag 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. April 2018 – VII ZR 299/​14

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 14.12 2017 – VII ZR 217/​15 Rn. 9, BauR 2018, 669; Beschluss vom 20.05.2015 – VII ZR 78/​13 Rn. 7, BauR 2015, 1528, jeweils m.w.N.[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 24.08.2016 – VII ZR 41/​14 Rn. 6 m.w.N., BauR 2017, 106 = NZBau 2016, 746[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 13.01.2015 – VI ZR 204/​14 Rn. 5, NJW 2015, 1311[]