Das unbe­zif­fer­te Schmer­zens­geld

§ 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO ver­langt die bestimm­te Anga­be des Gegen­stan­des und des Grun­des des erho­be­nen Anspruchs sowie einen bestimm­ten Antrag. Er steht der Zuläs­sig­keit eines unbe­zif­fer­ten Kla­ge­an­trags nur dann nicht ent­ge­gen, wenn zugleich die tat­säch­li­chen Grund­la­gen für die Ermes­sens­aus­übung des Gerichts mit­ge­teilt wer­den.

Das unbe­zif­fer­te Schmer­zens­geld

Wenn der Umfang der Leis­tung im rich­ter­li­chen Ermes­sen steht, muss zwar kein kon­kre­ter Betrag gel­tend gemacht wer­den.

Das Bestimmt­heits­ge­bot ver­langt aber zumin­dest die Anga­be der Grö­ßen­ord­nung des begehr­ten Betra­ges, um das Gericht und den Geg­ner dar­über zu unter­rich­ten, wel­chen Umfang der Streit­ge­gen­stand haben soll 1.

Des­halb fehlt es an der von § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO gefor­der­ten Bestimmt­heit des unbe­zif­fer­ten Kla­ge­an­trags, wenn der Klä­ger kei­ne Anga­ben zur Grö­ßen­ord­nung des begehr­ten Schmer­zens­gel­des macht 2.

Das gilt erst recht im Fall einer offe­nen Teil­kla­ge ("Teil­schmer­zens­geld").

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. August 2016 – 2 StR 585/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 13.10.1981 – VI ZR 162/​80, NJW 1982, 340[]
  2. vgl. BGH, Urteil 28.02.1984 – VI ZR 70/​82, NJW 1984, 1807, 1809[]