Das unterbrochene Berufungsverfahren und der Verwerfungsbeschluss

Die Zustellung eines Verwerfungsbeschlusses des Berufungsgerichts nach § 522 Abs. 1 ZPO während der Unterbrechung des Berufungsverfahrens nach §§ 244, 249 ZPO ist grundsätzlich unwirksam1.

Das unterbrochene Berufungsverfahren und der Verwerfungsbeschluss

Der nicht verkündete Verwerfungsbeschluss des Berufungsgerichts war zuzustellen, weil durch ihn die Frist für die Rechtsbeschwerde in Lauf gesetzt wurde (§ 525 Satz 1 ZPO, § 329 Abs. 2 Satz 2, § 522 Abs. 1 Satz 4, § 575 Abs. 1 Satz 1 ZPO).

Während der Unterbrechung eines Verfahrens sind, wie § 249 ZPO zu entnehmen ist, Zustellungen seitens des Gerichts grundsätzlich unwirksam2.

Im Anwaltsprozess tritt nach § 244 Abs. 1 ZPO eine Unterbrechung des Verfahrens ein, wenn der Rechtsanwalt einer Partei unfähig wird, die Vertretung der Partei fortzuführen3. Das ist unter anderem der Fall bei bestandskräftigem Widerruf der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft4. Diese Grundsätze gelten auch bei Eigenvertretung des Rechtsanwalts5.

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 21. März 2013 – VII ZB 13/12

  1. Anschluss an BGH, Beschluss vom 29.03.1990 – III ZB 39/89, BGHZ 111, 104, 107[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 29.03.1990 – III ZB 39/89, BGHZ 111, 104, 107 m.w.N.; Urteil vom 07.03.2002 – IX ZR 235/01, NJW 2002, 2107[]
  3. BGH, Beschluss vom 29.03.1990 – III ZB 39/89, BGHZ 111, 104, 106[]
  4. vgl. Stein/Jonas/Roth, ZPO, 22. Aufl., § 244 Rn. 8 m.w.N.[]
  5. vgl. BGH, Beschluss vom 29.03.1990 – III ZB 39/89, BGHZ 111, 104, 107; Stein/Jonas/Roth, ZPO, 22. Aufl., § 244 Rn. 8 m.w.N.[]