Das unzu­läs­si­ge, aber rechts­kräf­ti­ge Teil­ur­teil

Ein Teil­ur­teil darf nur dann erge­hen, wenn es von der Ent­schei­dung über den Rest des gel­tend gemach­ten pro­zes­sua­len Anspruchs unab­hän­gig ist, so dass die Gefahr ein­an­der wider­strei­ten­der Erkennt­nis­se, auch durch das Rechts­mit­tel­ge­richt, nicht besteht, was auch bei Kla­gen gegen meh­re­re ein­fa­che Streit­ge­nos­sen gilt1.

Das unzu­läs­si­ge, aber rechts­kräf­ti­ge Teil­ur­teil

Die Män­gel eines an sich unzu­läs­si­gen Teil­ur­teils kön­nen geheilt wer­den, wenn das Teil­ur­teil rechts­kräf­tig gewor­den ist. Auch ein unzu­läs­si­ges Teil­ur­teil kann in vol­le Rechts­kraft erwach­sen2. Durch den Erlass des Teil­ur­teils gegen einen Streit­ge­nos­sen ist der Rechts­streit in selb­stän­di­ge Ver­fah­ren getrennt wor­den, die nach Erlass des Teil­ur­teils so zuein­an­der ste­hen, als wären von vorn­her­ein die Tei­le iso­liert ein­ge­klagt wor­den3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Okto­ber 2013 – VI ZR 409/​12

  1. vgl. etwa BGH, Urteil vom 30.11.2012 – V ZR 245/​11, NJW 2013, 1009 Rn. 9; Zöller/​Vollkommer, ZPO, 29. Aufl., § 301 Rn. 7; jeweils mwN
  2. vgl. BGH, Urteil vom 12.01.1996 – V ZR 246/​94, BGHZ 131, 376, 381 f.
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 18.01.1977 – VI ZR 82/​76, NJW 1977, 1152