Das zwei­te Ver­säum­nis­ur­teil des Beru­fungs­ge­richts

Nach § 565 i.V.m. § 514 Abs. 2 Satz 1 ZPO unter­liegt ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil des Beru­fungs­ge­richts (§ 345 ZPO) der Revi­si­on inso­weit, als sie dar­auf gestützt wird, dass der Fall der schuld­haf­ten Ver­säu­mung nicht vor­ge­le­gen hat.

Das zwei­te Ver­säum­nis­ur­teil des Beru­fungs­ge­richts

Das glei­che gilt für ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil, das von dem erst­in­stanz­lich zustän­di­gen Ober­lan­des­ge­richt im Rah­men eines Ent­schä­di­gungs­pro­zes­ses wegen über­lan­ger Dau­er eines Gerichts­ver­fah­rens (§§ 198 ff GVG) erlas­sen wur­de 1.

Mit der Revi­si­on gegen ein zwei­tes Ver­säum­nis­ur­teil kann nicht gel­tend gemacht wer­den, dass bei Erlass des ers­ten Ver­säum­nis­ur­teils kein Fall der schuld­haf­ten Säum­nis vor­ge­le­gen habe 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. März 2017 – III ZR 39/​17

  1. BGH, Urteil vom 08.10.2015 – III ZR(Ü) 1/​15, NJW 2015, 3661 Rn. 8 ff[]
  2. BGH, Beschluss vom 06.05.1999 – V ZB 1/​99, BGHZ 141, 351, 355[]