Das Vor­brin­gen der Streit­hel­fe­rin

Der Streit­hel­fer kann grund­sätz­lich alle Pro­zess­hand­lun­gen ein­schließ­lich der Behaup­tun­gen von Tat­sa­chen mit Wir­kung für die von ihm unter­stütz­te Par­tei vor­neh­men.

Das Vor­brin­gen der Streit­hel­fe­rin

Die­se Wir­kung bleibt so lan­ge bestehen, als sich nicht zumin­dest aus dem Gesamt­ver­hal­ten der unter­stütz­ten Par­tei ergibt, dass sie die Pro­zess­hand­lung des Streit­hel­fers nicht gegen sich gel­ten las­sen will.

Die Erklä­rung der Beklag­ten in der Kla­ge­er­wi­de­rung, das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin zum Unfall­her­gang sei nach ihrer Kennt­nis zutref­fend, kann nicht als Wider­spruch zu dem spä­te­ren Vor­brin­gen der Streit­hel­fe­rin hier­zu gewer­tet wer­den. Dem steht schon die wei­te­re Erklä­rung der Beklag­ten in der Kla­ge­er­wi­de­rung ent­ge­gen, zum Unfall­her­gang nicht mehr zu wis­sen als die Klä­ge­rin. Da die Beklag­te dem spä­te­ren Vor­brin­gen ihrer Streit­hel­fe­rin nicht aus­drück­lich wider­spro­chen hat, steht der Wider­spruch im Sin­ne des § 67 Halbs. 2 ZPO nicht posi­tiv fest, so dass die im Vor­trag zum Unfall­ge­sche­hen lie­gen­de Pro­zess­hand­lung der Streit­hel­fe­rin wirk­sam ist 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Ver­säu­mi­s­ur­teil vom 19. März 2015 – I ZR 190/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 29.10.1990 – II ZR 146/​89, NJW-RR 1991, 358, 361[]