Der über­gan­ge­ne Antrag – und sei­ne erneu­te Ein­brin­gung in der Rechts­be­schwer­de

Ein über­gan­ge­ner Antrag, des­sen Rechts­hän­gig­keit durch Ablauf der Frist nach § 321 Abs. 2 ZPO ent­fal­len ist, kann noch in der Rechts­be­schwer­de­instanz in das Ver­fah­ren ein­ge­führt wer­den 1, soweit es sich um eine zuläs­si­ge Antrags­er­wei­te­rung han­delt 2.

Der über­gan­ge­ne Antrag – und sei­ne erneu­te Ein­brin­gung in der Rechts­be­schwer­de

Der Schluss der Anhö­rung vor dem Beschwer­de­ge­richt bil­det nicht nur bezüg­lich des tat­säch­li­chen Vor­brin­gens, son­dern auch hin­sicht­lich der Anträ­ge der Betei­lig­ten die Ent­schei­dungs­grund­la­ge für das Rechts­be­schwer­de­ge­richt. Daher kann eine Antrags­er­wei­te­rung aus­nahms­wei­se zuläs­sig sein, sofern sich der geän­der­te Sach­an­trag auf einen in der Beschwer­de­instanz fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt stützt 3.

Das ist nicht der Fall, wenn mit dem Antrag das für eine Sach­ent­schei­dung erfor­der­li­che Prüf­pro­gramm des Rechts­be­schwer­de­ge­richts erwei­tert wür­de.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Beschluss vom 8. Novem­ber 2016 – 1 ABR 57/​14

  1. vgl. BAG 10.03.2009 – 1 ABR 93/​07, Rn. 21, BAGE 130, 1[]
  2. vgl. etwa BAG 27.01.1998 – 1 ABR 38/​97, zu B II 2 der Grün­de mwN[]
  3. vgl. 26.10.2004 – 1 ABR 37/​03, zu B I 1 a der Grün­de, BAGE 112, 238[]