Der Aus­kunfts­an­spruch des Auf­trag­ge­bers

Die aus § 666 BGB fol­gen­de Aus­kunfts­pflicht rich­tet sich Ihrem Inhalt nach, was nach dem Gegen­stand der Besor­gung, Üblich­keit im Geschäfts­ver­kehr, dem Zweck der ver­lang­ten Infor­ma­ti­on unter Berück­sich­ti­gung von Treu und Glau­ben erwar­tet wer­den kann.

Der Aus­kunfts­an­spruch des Auf­trag­ge­bers

Das Aus­kunfts­ver­lan­gen bezüg­lich der Zuwen­dun­gen Drit­ter ergibt sich dar­aus, dass dem Klä­ger bekannt sein muss, ob die Beklag­te bei den ein­zel­nen Ent­schei­dun­gen, die sie im Rah­men der Auf­trags­durch­füh­rung trifft, aus­schließ­lich das Inter­es­se des Klä­gers oder auch eige­ne Inter­es­sen ver­folgt.

Der Auf­trag­ge­ber hat unab­hän­gig vom Bestehen eines mög­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spru­ches auf­grund einer Pflicht­ver­let­zung der Auf­trag­neh­mers ein Inter­es­se zu erfah­ren, ob sich die Auf­trag­neh­mer als Ver­trags­part­ner ihm gegen­über kor­rekt ver­hal­ten hat oder nicht 1.

Der Aus­kunfts­an­spruch ver­jährt in drei Jah­ren, frü­hes­tens mit dem Aus­kunfts­be­geh­ren des Berech­tig­ten.

Gemäß § 666 BGB ist der Beauf­trag­te ver­pflich­tet, dem Auf­trag­ge­ber die erfor­der­li­chen Nach­rich­ten zu geben, auf Ver­lan­gen über den Stand des Geschäfts Aus­kunft zu ertei­len und nach der Aus­füh­rung des Auf­trags Rechen­schaft abzu­le­gen. Dabei betrifft die "Aus­kunft" den Stand des Geschäfts in sei­nem Zusam­men­hang, wäh­rend die "Nach­rich­ten" sich auf ein­zel­ne Infor­ma­tio­nen bezie­hen, ohne dass eine Abgren­zung immer not­wen­dig und mög­lich ist 2.

Ihrem Inhalt nach rich­tet sich die aus § 666 BGB fol­gen­de Aus­kunfts­pflicht danach, was nach dem Gegen­stand der Besor­gung, Üblich­keit im Geschäfts­ver­kehr, dem Zweck der ver­lang­ten Infor­ma­ti­on unter Berück­sich­ti­gung von Treu und Glau­ben erwar­tet wer­den kann 3.

Es besteht kein Grund­satz, dass eine bestehen­de Aus­kunfts­pflicht ihre Gren­zen fin­det, wenn durch die Aus­kunfts­er­tei­lung die Durch­set­zung von Ansprü­chen gegen­über dem Aus­kunfts­pflich­ti­gen unter­stützt wird.

Amts­ge­richt Mann­heim, Urteil vom 13. Janu­ar 2012 – 3 C 412/​11

  1. vgl. LG Karls­ru­he, Urteil vom 22.10.2010 – 5 O 229/​10[]
  2. vgl. Palandt-Sprau, BGB, § 666 Rn. 3[]
  3. BGH, Urteil vom 01.12.2011 – III ZR 71/​11[]
  4. BGH, Urteil vom 13.01.2017 – V ZR 138/​16, NZM 2017, 418 Rn. 11 mwN[]