Der beheb­ba­re Sach­man­gel als uner­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung

Die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob eine Pflicht­ver­let­zung uner­heb­lich im Sin­ne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, erfor­dert eine umfas­sen­de Inter­es­sen­ab­wä­gung auf der Grund­la­ge der Umstän­de des Ein­zel­falls 1. Bei einem beheb­ba­ren Man­gel ist im Rah­men die­ser Inter­es­sen­ab­wä­gung von einer Gering­fü­gig­keit des Man­gels und damit von einer Uner­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB jeden­falls in der Regel nicht mehr aus­zu­ge­hen, wenn der Man­gel­be­sei­ti­gungs­auf­wand einen Betrag von fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses über­steigt.

Der beheb­ba­re Sach­man­gel als uner­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung

§ 437 Nr. 2 Alt. 1 BGB ver­weist bei Vor­lie­gen eines Sach­man­gels auf die den Rück­tritt von gegen­sei­ti­gen Ver­trä­gen betref­fen­de Vor­schrift des § 323 BGB. Nach § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist der Rück­tritt aus­ge­schlos­sen, wenn die in der Man­gel­haf­tig­keit der Kauf­sa­che lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung uner­heb­lich ist, das heißt, wenn der Man­gel gering­fü­gig ist 2. Dabei ist auf den Zeit­punkt der Rück­tritts­er­klä­rung des Käu­fers abzu­stel­len 3. Die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob eine Pflicht­ver­let­zung uner­heb­lich im Sin­ne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist, erfor­dert nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs eine umfas­sen­de Inter­es­sen­ab­wä­gung auf der Grund­la­ge der Umstän­de des Ein­zel­falls 4.

Im Rah­men die­ser umfas­sen­den Inter­es­sen­ab­wä­gung ist bei – wie hier – beheb­ba­ren Män­geln grund­sätz­lich auf die Kos­ten der Män­gel­be­sei­ti­gung und nicht auf das Aus­maß der Funk­ti­ons­be­ein­träch­ti­gung abzu­stel­len. Dabei ist von einer Gering­fü­gig­keit eines beheb­ba­ren Man­gels und damit von einer Uner­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung in der Regel aus­zu­ge­hen, wenn die Kos­ten der Man­gel­be­sei­ti­gung im Ver­hält­nis zum Kauf­preis gering­fü­gig sind 5.

Bei wel­chem Pro­zent­satz des Kauf­prei­ses bei einem – wie hier – beheb­ba­ren Man­gel die Gering­fü­gig­keits­gren­ze in der Regel über­schrit­ten und des­halb nicht mehr von einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB aus­zu­ge­hen ist, hat der Bun­des­ge­richts­hof bis­lang offen gelas­sen 6. Er hat aller­dings aus­ge­führt, dass jeden­falls Män­gel, deren Besei­ti­gung Auf­wen­dun­gen von nur knapp einem Pro­zent des Kauf­prei­ses erfor­dern, ohne Zwei­fel als uner­heb­lich im Sin­ne des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ein­zu­stu­fen sind, so dass auf sie ein Rück­tritt nicht gestützt wer­den kann 7.

In der Recht­spre­chung der Instanz­ge­rich­te und in der Lite­ra­tur wer­den zu der Fra­ge, bis zu wel­chem Pro­zent­satz des Kauf­prei­ses bei einem beheb­ba­ren Man­gel noch von einem gering­fü­gi­gen Man­gel und damit von einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB aus­ge­gan­gen wer­den kann, unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen ver­tre­ten.

Nach der einen Auf­fas­sung sind in Bezug auf die Fra­ge der Erheb­lich­keit die zur Vor­gän­ger­re­ge­lung in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze auf § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB zu über­tra­gen 8.

Hier­für spre­che bereits der in der Geset­zes­be­grün­dung zum Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz 9 zum Aus­druck gebrach­te Wil­le des Gesetz­ge­bers 10.

Eine Erhö­hung der Erheb­lich­keits­schwel­le in § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB und eine damit ver­bun­de­ne stär­ke­re Ein­schrän­kung des Rück­tritts­rechts sei zudem mit Blick auf Art. 3 Abs. 6 der Richt­li­nie 1999/​44/​EG des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates vom 25.05.1999 zu bestimm­ten Aspek­ten des Ver­brauchs­gü­ter­kaufs und der Garan­ti­en für Ver­brauchs­gü­ter 11 bedenk­lich 12.

Nach dem von der vor­ge­nann­ten Auf­fas­sung ange­führ­ten § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF kamen Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che des Käu­fers, sofern der Ver­käu­fer kei­ne Eigen­schaft zuge­si­chert hat­te, bei einer uner­heb­li­chen Min­de­rung des Wer­tes oder der Taug­lich­keit der Sache nicht in Betracht 13. Als uner­heb­lich im Sin­ne die­ser Vor­schrift wur­de ein Man­gel ins­be­son­de­re dann ange­se­hen, wenn er mit uner­heb­li­chem Auf­wand und in kur­zer Zeit beho­ben wer­den kann 14. Hier­von aus­ge­hend wur­de in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur im All­ge­mei­nen ein Man­gel ab einer Min­de­rung des Wer­tes oder der Taug­lich­keit (§ 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF) von drei bis vier Pro­zent als nicht mehr uner­heb­lich ange­se­hen 15.

Dem ent­spre­chend setzt die oben genann­te Auf­fas­sung die Erheb­lich­keits­gren­ze des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB im Bereich zwi­schen drei Pro­zent 16 und – so ins­be­son­de­re die Ten­denz der Instanz­ge­rich­te 17 – fünf Pro­zent an 18. In der Fünf­pro­zent­gren­ze wird ein ver­läss­li­cher Wert gese­hen, an dem sich die Pra­xis ori­en­tie­ren kön­ne, zumal die Recht­spre­chung der Instanz­ge­rich­te unter­halb die­ser Schwel­le, sofern nicht beson­de­re Umstän­de vor­lä­gen, regel­mä­ßig von einer Uner­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung aus­ge­he und dem Käu­fer die Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­tra­ges ver­sa­ge 19.

Die Gegen­auf­fas­sung, der sich im vor­lie­gen­den Fall auch das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart ange­schlos­sen hat 20, lehnt eine Über­tra­gung der von ihr als zu streng erach­te­ten Grund­sät­ze zu § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF, der auf­grund enger Aus­le­gung prak­tisch funk­ti­ons­los gewe­sen sei 21, ab und spricht sich dafür aus, die Schwel­le der Erheb­lich­keit bei § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB gegen­über der Vor­gän­ger­re­ge­lung in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF deut­lich zu erhö­hen 22.

Die­se Erhö­hung sei schon aus Grün­den der Sys­te­ma­tik gebo­ten 23. Zwar habe der Gesetz­ge­ber offen­bar bei der Schaf­fung des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB eine Uner­heb­lich­keits­schwel­le wie in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF im Auge gehabt; da dies aller­dings zur weit­ge­hen­den Funk­ti­ons­lo­sig­keit des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB füh­re, müss­ten die Anfor­de­run­gen an die Erheb­lich­keit im Sin­ne die­ser Vor­schrift deut­lich höher ange­setzt wer­den als bis­lang bei § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF 24. Denn im Gegen­satz zur frü­he­ren Rechts­la­ge beim Kauf die­ne die Erheb­lich­keits­schwel­le heu­te nicht mehr dazu, dem Käu­fer hin­sicht­lich des Man­gels über­haupt Rechts­be­hel­fe zu ver­sa­gen. Viel­mehr wür­den seit der Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rung selbst bei uner­heb­li­chen Män­geln der Nach­er­fül­lungs­an­spruch und die Min­de­rung sowie – falls der Ver­käu­fer den Man­gel zu ver­tre­ten habe – der Anspruch auf klei­nen Scha­dens­er­satz gewährt. Es gehe bei § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB mit­hin nicht mehr dar­um, die Schwel­le zu Gewähr­leis­tungs­rech­ten zu über­schrei­ten, son­dern um die Schwel­le zur Ver­trags­li­qui­da­ti­on, die – da § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB zudem Aus­druck des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit der Rechts­fol­gen einer Ver­trags­ver­let­zung sei 25 – zwangs­läu­fig höher lie­gen müs­se als die Schwel­le des § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF 26. Hier­für sprä­chen letzt­lich auch die heu­ti­gen Werk­statt­prei­se und die Aus­tausch­pra­xis nach Her­stel­ler­vor­ga­ben 23.

Ver­ein­zelt wird die Auf­fas­sung ver­tre­ten, eine deut­li­che Abstu­fung zwi­schen unter­ge­ord­ne­ten und erheb­li­chen, zur Ver­trags­auf­he­bung berech­ti­gen­den Män­geln bei § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB sei auch des­halb sach­ge­recht, weil sie eher dem UN-Kauf­rechts­über­ein­kom­men (CISG), nament­lich der in Art. 49 Abs. 1 Buchst. a, Art. 25 CISG gere­gel­ten, zur Ver­trags­auf­he­bung berech­ti­gen­den wesent­li­chen Ver­trags­ver­let­zung ent­spre­che 27.

Zu der Fra­ge, ab wel­chem Pro­zent­satz des Kauf­prei­ses unter Zugrun­de­le­gung einer gegen­über der Vor­gän­ger­re­ge­lung in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF deut­lich erhöh­ten Erheb­lich­keits­schwel­le in der Regel nicht mehr von einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB aus­zu­ge­hen ist, wer­den inner­halb der vor­ge­nann­ten Auf­fas­sung unter­schied­li­che Ansät­ze ver­tre­ten. So wird die Erheb­lich­keits­schwel­le teil­wei­se bei fünf bis zehn Pro­zent 28, bei acht bis zehn Pro­zent 29, bei zehn Pro­zent 30, bei 15 Pro­zent 31 oder sogar bei 20 bis 50 Pro­zent 32 des Kauf­prei­ses ange­setzt.

Der Bun­des­ge­richts­hof ent­schei­det die umstrit­te­ne Fra­ge nun­mehr dahin, dass bei einem beheb­ba­ren Man­gel im Rah­men der nach den Umstän­den des Ein­zel­falls vor­zu­neh­men­den Inter­es­sen­ab­wä­gung von einer Uner­heb­lich­keit der Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB in der Regel dann nicht mehr aus­zu­ge­hen ist, wenn der Man­gel­be­sei­ti­gungs­auf­wand mehr als fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses beträgt. Eine gene­rel­le Erhö­hung der Erheb­lich­keits­schwel­le über den vor­ste­hend genann­ten Pro­zent­satz hin­aus ist mit dem durch den Geset­zes­wort­laut und durch die Geset­zes­ma­te­ria­li­en klar zum Aus­druck gebrach­ten Wil­len des Gesetz­ge­bers, dem Sinn und Zweck des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB sowie der Sys­te­ma­tik der Rech­te des Käu­fers bei Sach­män­geln nicht zu ver­ein­ba­ren.

Die durch das Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz vom 26.11.2001 33 mit Wir­kung zum 1.01.2002 ein­ge­führ­te Vor­schrift des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB hat unter ande­rem die bis­her für das Kauf­recht maß­geb­li­che Rege­lung des § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF abge­löst. Wäh­rend nach der frü­he­ren Geset­zes­la­ge die Gewähr­leis­tungs­haf­tung des Ver­käu­fers bei Uner­heb­lich­keit des Man­gels ins­ge­samt ent­fiel, wird nach heu­ti­gem Recht ledig­lich die Rück­ab­wick­lung des Kauf­ver­trags aus­ge­schlos­sen; das Recht auf Min­de­rung und der Anspruch auf klei­nen Scha­dens­er­satz blei­ben dem Käu­fer auch bei Uner­heb­lich­keit des Man­gels erhal­ten 34. Die Vor­schrift des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ent­hält eine Aus­nah­me von der all­ge­mei­nen Rege­lung des § 323 Abs. 1 BGB, die dem Gläu­bi­ger bei einer Pflicht­ver­let­zung des Schuld­ners gene­rell ein Rück­tritts­recht ein­räumt. Die­sem Regel-Aus­nah­me-Ver­hält­nis liegt eine Abwä­gung der Inter­es­sen des Gläu­bi­gers und des Schuld­ners zugrun­de. Wäh­rend der Gesetz­ge­ber bei einer man­gel­haf­ten Leis­tung grund­sätz­lich dem Rück­ab­wick­lungs­in­ter­es­se des Gläu­bi­gers den Vor­rang ein­räumt, soll dies aus­nahms­wei­se bei einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung nicht gel­ten, weil das Inter­es­se des Gläu­bi­gers an einer Rück­ab­wick­lung bei nur gering­fü­gi­gen Ver­trags­stö­run­gen in der Regel gering ist, wohin­ge­gen der Schuld­ner oft erheb­lich belas­tet wird. Daher über­wiegt in die­sen Fäl­len aus­nahms­wei­se das Inter­es­se des Schuld­ners am Bestand des Ver­trags 35.

Ein­zel­hei­ten dazu, wann von einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB aus­zu­ge­hen ist, las­sen sich dem Wort­laut der Vor­schrift nicht ent­neh­men. Jedoch spricht bereits die Ver­wen­dung des in der Vor­gän­ger­re­ge­lung § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF eben­falls ent­hal­te­nen Begriffs der Uner­heb­lich­keit dafür, dass der Gesetz­ge­ber mit der Neu­re­ge­lung in § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB an die­sen Maß­stab anknüp­fen woll­te. Dies wird – wie die Befür­wor­ter einer eher nied­rig bemes­se­nen Erheb­lich­keits­schwel­le her­vor­he­ben und von der Gegen­auf­fas­sung grund­sätz­lich nicht in Zwei­fel gezo­gen wird – durch die Geset­zes­be­grün­dung des Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­set­zes bestä­tigt 36.

Dort wird hier­zu unter ande­rem aus­ge­führt: "Dies [ein Fest­hal­ten des Gläu­bi­gers am Ver­trag, wenn die Leis­tung Män­gel auf­weist], ist nur gerecht­fer­tigt, wenn die Pflicht­ver­let­zung uner­heb­lich und damit das Leis­tungs­in­ter­es­se des Gläu­bi­gers im Grun­de nicht gestört ist." 37 "Bei einer "uner­heb­li­chen Min­de­rung des Wer­tes oder der Taug­lich­keit" im Sin­ne des bis­he­ri­gen § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB bzw. bei einer "gering­fü­gi­gen Ver­trags­wid­rig­keit" im Sin­ne des Arti­kels 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie ist der Rück­tritt vom Kauf­ver­trag aus­ge­schlos­sen. Dies ergibt sich jetzt aus § 323 Abs. 4 Satz 2 RE [= § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB], der den Aus­schluss des Rück­tritts­rechts bei einer uner­heb­li­chen Pflicht­ver­let­zung vor­sieht." 38

Die­se Erwä­gun­gen zei­gen, dass der Gesetz­ge­ber in § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB zwar auf­grund der Neu­ge­stal­tung des Sys­tems der Rech­te des Käu­fers bei Sach­män­geln den Anwen­dungs­be­reichs des bis dahin in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF ent­hal­te­nen Erheb­lich­keits­er­for­der­nis­ses sach­lich auf das Rück­tritts­recht ein­engen woll­te. Anhalts­punk­te dafür, dass hier­mit zugleich eine Erhö­hung der Schwel­le ein­her­ge­hen soll­te, ab der von der Erheb­lich­keit eines Sach­man­gels aus­zu­ge­hen ist, sind den Geset­zes­ma­te­ria­li­en jedoch nicht zu ent­neh­men. Viel­mehr machen ins­be­son­de­re die letzt­ge­nann­te Pas­sa­ge der Geset­zes­be­grün­dung sowie die zuvor erfolg­ten Aus­füh­run­gen, wonach eine Pflicht­ver­let­zung uner­heb­lich sei, wenn damit das Leis­tungs­in­ter­es­se des Gläu­bi­gers "im Grun­de nicht gestört" sei, deut­lich, dass der Gesetz­ge­ber mit § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB an die von der Recht­spre­chung zur Vor­gän­ger­re­ge­lung ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be anknüp­fen 39 und – in Über­ein­stim­mung mit den Vor­ga­ben der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie, deren Umset­zung (auch) § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB dient – an das Rück­tritts­recht des Käu­fers kei­ne zu hohen Anfor­de­run­gen stel­len woll­te.

Die­se Beur­tei­lung ent­spricht auch dem Sinn und Zweck des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB sowie der Sys­te­ma­tik der Rech­te des Käu­fers bei Sach­män­geln.

Mit dem Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz ist zwar durch die vor­be­zeich­ne­te Ein­engung des Anwen­dungs­be­reichs des Erheb­lich­keits­er­for­der­nis­ses auf das Rück­tritts­recht die Rechts­po­si­ti­on des Käu­fers inso­weit ver­bes­sert wor­den, als er nun auch bei einem uner­heb­li­chen Sach­man­gel die Nach­er­fül­lung ver­lan­gen und bei Erfolg­lo­sig­keit die­ses Ver­lan­gens 40 den Kauf­preis min­dern oder klei­nen Scha­dens­er­satz bean­spru­chen kann 41. Dar­über hin­aus ist zu berück­sich­ti­gen, dass der Rück­tritt den Ver­käu­fer im Regel­fall stär­ker berührt als die vor­be­zeich­ne­ten Rechts­be­hel­fe des Käu­fers 42 und dass die Rechts­fol­ge einer Ver­trags­ver­let­zung – und damit auch der Rück­tritt – stets ver­hält­nis­mä­ßig sein muss 43.

Dies recht­fer­tigt es jedoch nicht, die Erheb­lich­keits­schwel­le des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB gegen­über der vor­he­ri­gen Rechts­la­ge in einem Maße zu erhö­hen, wie es vom Beru­fungs­ge­richt und dem oben genann­ten Teil der Instanz­recht­spre­chung und der Lite­ra­tur ver­tre­ten wird. Denn Sinn und Zweck des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB ist es, zur Wah­rung des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit nament­lich bei gering­fü­gi­gen Män­geln 44 die für den Ver­käu­fer in der Regel mit erheb­li­chen Nach­tei­len ver­bun­de­ne Rechts­fol­ge der Rück­ab­wick­lung des Ver­tra­ges aus­zu­schlie­ßen. Bei Sach­män­geln in der vom Beru­fungs­ge­richt ange­führ­ten Grö­ßen­ord­nung von bis zu zehn Pro­zent kann indes in der Regel nicht mehr ange­nom­men wer­den, dass das Leis­tungs­in­ter­es­se des Käu­fers – wie dies in der Geset­zes­be­grün­dung 45 als Recht­fer­ti­gung dafür, den Käu­fer trotz Sach­man­gels am Ver­trag fest­zu­hal­ten, ange­führt wird – "im Grun­de nicht gestört" ist 46.

Von einem gering­fü­gi­gen Man­gel, der zwar den Rück­tritt, nicht aber die übri­gen Gewähr­leis­tungs­rech­te aus­schließt, kann hin­ge­gen in der Regel noch gespro­chen wer­den, wenn der Män­gel­be­sei­ti­gungs­auf­wand einen Rah­men von fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses nicht über­steigt. Durch die vor­be­zeich­ne­te nicht star­re ("in der Regel"), son­dern – ent­spre­chend den Vor­stel­lun­gen des Gesetz­ge­bers 47 und der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 48 – fle­xi­ble, in eine Inter­es­sen­ab­wä­gung und eine Wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls ein­ge­bet­te­te Erheb­lich­keits­schwel­le von fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses wer­den die Inter­es­sen der Kauf­ver­trags­par­tei­en zu einem sach­ge­rech­ten Aus­gleich gebracht. Bei beheb­ba­ren Sach­män­geln unter­halb der genann­ten Schwel­le wird es dem Käu­fer in der Regel zuzu­mu­ten sein, am Ver­trag fest­zu­hal­ten und sich – nach erfolg­lo­sem Nach­bes­se­rungs­ver­lan­gen – mit einer Min­de­rung des Kauf­prei­ses oder mit der Gel­tend­ma­chung des klei­nen Scha­dens­er­sat­zes zu begnü­gen. Den Ver­käu­fer wie­der­um ver­mag die­se Lösung in aus­rei­chen­dem Maße vor den für ihn wirt­schaft­lich meist nach­tei­li­gen Fol­gen eines Rück­tritts des Käu­fers wegen gering­fü­gi­ger Män­gel zu schüt­zen, zumal der Rück­tritt – anders als dies nach altem Recht bei der Wan­de­lung der Fall war – zusätz­lich an die Vor­aus­set­zung geknüpft ist, dass der Käu­fer vom Ver­käu­fer wegen des Sach­man­gels zuvor erfolg­los die Nach­er­fül­lung ver­langt hat 49.

Die Erheb­lich­keits­schwel­le von (nur) fünf Pro­zent des Kauf­prei­ses steht im Ein­klang mit den Vor­ga­ben der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie.

Die Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie bezweckt hin­sicht­lich des Ver­brauchs­gü­ter­kaufs und der Garan­ti­en für Ver­brauchs­gü­ter die Gewähr­leis­tung eines ein­heit­li­chen Ver­brau­cher­schutz-Min­dest­ni­veaus im Rah­men des Bin­nen­markts der Gemein­schaft (Art. 1 Abs. 1 der Richt­li­nie). Sie ist durch das Schuld­rechts­mo­der­ni­sie­rungs­ge­setz umge­setzt wor­den 50.

Die Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie sieht für den Fall einer Ver­trags­wid­rig­keit unter ande­rem das Recht des Ver­brau­chers auf Ver­trags­auf­lö­sung ins­be­son­de­re für den Fall vor, dass der Ver­käu­fer nicht inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist Abhil­fe geschaf­fen hat (Art. 3 Abs. 2, 3 und 5 der Richt­li­nie). Gemäß Art. 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie hat der Ver­brau­cher jedoch bei einer gering­fü­gi­gen Ver­trags­wid­rig­keit kei­nen Anspruch auf Ver­trags­auf­lö­sung.

§ 323 Abs. 5 Satz 2 BGB, der durch den Art. 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie umge­setzt wor­den ist 51, ist dem­nach richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen 52. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass es den Mit­glieds­staa­ten gemäß Art. 8 Abs. 2 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie unbe­nom­men bleibt, durch stren­ge­re Bestim­mun­gen ein höhe­res Schutz­ni­veau für die Ver­brau­cher sicher­zu­stel­len 53.

Unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen eine Ver­trags­wid­rig­keit – wie hier die Lie­fe­rung eines man­gel­haf­ten Kraft­fahr­zeugs – gering­fü­gig im Sin­ne des Art. 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie ist, geht im Ein­zel­nen weder aus der Richt­li­nie selbst noch aus deren Mate­ria­li­en her­vor 54.

Jedoch spricht bereits die Ver­wen­dung des Wor­tes "gering­fü­gig" in Art. 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie für eine nied­rig anzu­set­zen­de Schwel­le. Die­se Beur­tei­lung wird durch die Begrün­dung der Kom­mis­si­on zu ihrem Richt­li­ni­en­vor­schlag bestä­tigt. In der dar­in ent­hal­te­nen Kom­men­tie­rung des für den Fall einer Pflicht­wid­rig­keit (unter ande­rem) ent­hal­te­nen Anspruchs auf Auf­lö­sung des Ver­trags (Art. 3 Abs. 4 des Richt­li­ni­en­vor­schlags) heißt es, unge­ach­tet des Umstands, dass nach den sozio­öko­no­mi­schen Gege­ben­hei­ten die Auf­lö­sung des Ver­trags einer­seits bei Gewer­be­trei­ben­den "nicht beson­ders beliebt" sei und der Ver­brau­cher sich in der Regel mit einer Ersatz­leis­tung oder einer Repa­ra­tur der feh­ler­haf­ten Sache zufrie­den gebe, sei die Mög­lich­keit der Auf­lö­sung des Ver­trags unter ande­rem auch des­halb bei­zu­be­hal­ten, weil sie für die Ver­brau­cher ein "wirk­sa­mes Druck­mit­tel" sei, um inner­halb kür­zes­ter Frist Ersatz­leis­tung oder Nach­bes­se­rung zu ver­lan­gen. Eine miss­bräuch­li­che Nut­zung die­ser Mög­lich­keit durch die Ver­brau­cher ste­he nicht zu befürch­ten 55.

Weder aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zum Kraft­stoff­mehr­ver­brauch beim Kauf eines Neu­fahr­zeugs noch zur Wohn­flä­chen­ab­wei­chung bei einer gemie­te­ten Woh­nung ergibt sich, dass die Erheb­lich­keits­schwel­le des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB bei zehn Pro­zent lie­gen müss­te. Glei­ches gilt für den Gesichts­punkt der Höhe der Werk­statt­prei­se.

Aller­dings stellt es nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs nur eine uner­heb­li­che Min­de­rung des Fahr­zeug­werts im Sin­ne des § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF und dem­entspre­chend auch eine uner­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB dar, wenn der Kraft­stoff­ver­brauch eines ver­kauf­ten Neu­fahr­zeugs um weni­ger als zehn Pro­zent von den Her­stel­ler­an­ga­ben abweicht 56. Ent­schei­dend ist dabei indes, dass ein Kraft­stoff­mehr­ver­brauch in die­ser Grö­ßen­ord­nung nur zu einer gerin­gen Min­de­rung des Fahr­zeug­wer­tes führt und des­halb nur als uner­heb­li­che Pflicht­ver­let­zung im Sin­ne von § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB anzu­se­hen ist 57. Die für den Kraft­stoff­ver­brauch ange­setz­te Pro­zent­gren­ze lässt sich des­halb nicht auf die Erheb­lich­keits­schwel­le des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB über­tra­gen.

Nichts ande­res gilt für die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zur Wohn­flä­chen­ab­wei­chung 58. Die­se Recht­spre­chung betrifft eine spe­zi­el­le Fall­ge­stal­tung im Miet­recht, die eben­falls nicht auf die Aus­le­gung des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB über­tra­gen wer­den kann.

Schließ­lich kann auch aus den Rege­lun­gen in Art. 49 Abs. 1 Buchst. a, Art. 25 CISG nicht her­ge­lei­tet wer­den, dass die Baga­tell­gren­ze in § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB mit zehn Pro­zent oder noch höher anzu­set­zen wäre 59.

Gemäß Art. 49 Abs. 1 Buchst. a CISG kann der Käu­fer die Auf­he­bung des Ver­tra­ges erklä­ren, wenn die Nicht­er­fül­lung einer dem Ver­käu­fer nach dem Ver­trag oder dem CISG oblie­gen­den Pflicht eine wesent­li­che Ver­trags­ver­let­zung dar­stellt 60. Nach der in Art. 25 CISG ent­hal­te­nen Defi­ni­ti­on ist eine von einer Par­tei began­ge­ne Ver­trags­ver­let­zung wesent­lich, wenn sie für die ande­re Par­tei sol­chen Nach­teil zur Fol­ge hat, dass ihr im Wesent­li­chen ent­geht, was sie nach dem Ver­trag hät­te erwar­ten dür­fen, es sei denn, die ver­trags­brü­chi­ge Par­tei hat die­se Fol­ge nicht vor­aus­ge­se­hen und eine ver­nünf­ti­ge Per­son der glei­chen Art hät­te die­se Fol­ge unter den glei­chen Umstän­den auch nicht vor­aus­ge­se­hen.

Das CISG ver­folgt damit die Ten­denz, die Ver­trags­auf­he­bung zuguns­ten der ande­ren in Betracht kom­men­den Rechts­be­hel­fe, ins­be­son­de­re der Min­de­rung oder des Scha­dens­er­sat­zes, zurück­zu­drän­gen; die Rück­ab­wick­lung soll dem Käu­fer nur als letz­te Mög­lich­keit (ulti­ma ratio) zur Ver­fü­gung ste­hen, um auf eine Ver­trags­ver­let­zung der ande­ren Par­tei zu reagie­ren, die so gewich­tig ist, dass sie sein Erfül­lungs­in­ter­es­se im Wesent­li­chen ent­fal­len lässt 61. Aus die­sem das UN-Kauf­rechts­über­ein­kom­men kenn­zeich­nen­den Grund­satz des Vor­rangs der Ver­trags­er­hal­tung folgt zugleich, dass der Ver­trag im Zwei­fel auch bei Stö­run­gen Bestand haben und die Ver­trags­auf­he­bung die Aus­nah­me bil­den soll 62. Dahin­ter steht die Über­le­gung, dass die Rück­ab­wick­lung gera­de eines inter­na­tio­na­len Han­dels­kaufs in der Regel unwirt­schaft­lich ist 63.

Die­se Maß­stä­be las­sen sich nicht auf § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB über­tra­gen. Eine sol­che Über­tra­gung war, wie sowohl der unter­schied­li­che Wort­laut der Art. 49 Abs. 1 Buchst. a, Art. 25 CISG sowie des Art. 3 Abs. 6 der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie und des § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB als auch der Umstand, dass sich in den Mate­ria­li­en des Schuld­rechts­re­form­ge­set­zes und der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie kei­ne Hin­wei­se für eine inso­weit beab­sich­tig­te Anknüp­fung an die Maß­stä­be des CISG zei­gen, auch weder vom Gesetz­ge­ber der Schuld­rechts­re­form noch vom Richt­li­ni­en­ge­ber der Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie beab­sich­tigt.

Für den vor­lie­gen­den Fall bedeu­tet dies, dass der vom Klä­ger erklär­te Rück­tritt vom Kauf­ver­trag nicht gemäß § 323 Abs. 5 Satz 2 BGB aus­ge­schlos­sen ist. Bereits der fest­ge­stell­te Män­gel­be­sei­ti­gungs­auf­wand hin­sicht­lich des fal­schen Ein­baus und der Fehl­funk­ti­on der Ein­park­hil­fe über­schrei­tet mit 6, 5 Pro­zent des Kauf­prei­ses die oben genann­te Schwel­le von fünf Pro­zent. Beson­de­re Umstän­de, die Anlass gäben, die in dem vor­ste­hend genann­ten Man­gel lie­gen­de Pflicht­ver­let­zung ent­ge­gen der Regel aus­nahms­wei­se gleich­wohl als uner­heb­lich anzu­se­hen, hat das Beru­fungs­ge­richt nicht fest­ge­stellt. Sie sind auch sonst nicht ersicht­lich, zumal der vor­be­zeich­ne­te Man­gel – nament­lich der Umstand, dass die Ein­park­hil­fe infol­ge des fal­schen Ein­baus immer wie­der, auch wäh­rend der Fahrt, akus­ti­sche Warn­si­gna­le ohne erkenn­ba­res Hin­der­nis abgibt – nach den rechts­feh­ler­frei­en Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts, auf des­sen Aus­füh­run­gen das Beru­fungs­ge­richt Bezug genom­men hat, auch für die Fahr­si­cher­heit von Bedeu­tung ist 64.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 28. Mai 2014 – VIII ZR 94/​13

  1. Bestä­ti­gung von BGH, Urtei­le vom 17.02.2010 – VIII ZR 70/​07, NJW-RR 2010, 1289 Rn. 23; und vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, NJW 2013, 1365 Rn. 16[]
  2. BGH, Urtei­le vom 29.06.2011 – VIII ZR 202/​10, NJW 2011, 2872 Rn.19; vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, aaO[]
  3. BGH, Urtei­le vom 15.06.2011 – VIII ZR 139/​09, NJW 2011, 3708 Rn. 9 mwN; vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, aaO Rn. 18[]
  4. BGH, Urtei­le vom 17.02.2010 – VIII ZR 70/​07, aaO; vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, aaO Rn. 16; vgl. auch BGH, Urtei­le vom 10.07.1953 – I ZR 162/​52, BGHZ 10, 242, 248; vom 11.12 1956 – VIII ZR 61/​56, DB 1957, 88; jeweils zur Abwä­gung der Gesamt­um­stän­de des Ein­zel­falls bei der Vor­gän­ger­re­ge­lung in § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF[]
  5. BGH, Urtei­le vom 29.06.2011 – VIII ZR 202/​10, aaO Rn.19 ff.; vom 23.01.2013 – VIII ZR 140/​12, NJW 2013, 1523 Rn. 33[]
  6. BGH, Urtei­le vom 14.09.2005 – VIII ZR 363/​04, NJW 2005, 3490 unter B – II 2; vom 29.06.2011 – VIII ZR 202/​10, aaO Rn.19[]
  7. BGH, Urtei­le vom 14.09.2005 – VIII ZR 363/​04, aaO; vom 29.06.2011 – VIII ZR 202/​10, aaO; vgl. auch BGH, Urteil vom 12.03.2008 – VIII ZR 253/​05, NJW 2008, 1517 Rn. 22, zum mer­kan­ti­len Min­der­wert beim unbe­heb­ba­ren Man­gel[]
  8. OLG Schles­wig, Urteil vom 15.12 2004 – 9 U 120/​03, BeckRS 2007, 10141 unter – II 3; OLG Köln, Urteil vom 27.03.2008 – 15 U 175/​07 57 ff.; NK-BGB/Dau­ner-Lie­b/­Du­bo­vits­ka­ya, BGB, 2. Aufl., § 323 Rn. 38; NK-BGB/Bü­den­ben­der, aaO, § 437 Rn. 35; jeweils mwN; Schmidt in Prütting/​Wegen/​Weinreich, BGB, 9. Aufl., § 437 Rn. 21; Erman/​Grunewald, BGB, 13. Aufl., § 437 Rn. 6; Ball, ZGS 2002, 49, 51; Haas, BB 2001, 1313, 1316; Grösch­ler, NJW 2005, 1601, 1604 mwN; Höpf­ner, NJW 2011, 3693, 3694 mwN; Tei­ge­lack in Himmelreich/​Andreae/​Teigelack, Auto­kauf­recht, 5. Aufl., § 6 Rn. 118, 125[]
  9. BT-Drs. 14/​6040[]
  10. OLG Köln, Urteil vom 27.03.2008 – 15 U 175/​07, aaO Rn. 57; NK-BGB/Dau­ner-Lie­b/­Du­bo­vits­ka­ya, aaO; Grösch­ler, aaO; Höpf­ner, aaO; Tei­ge­lack, aaO[]
  11. ABl. EG Nr. L 171 S. 12, im Fol­gen­den: Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie[]
  12. NK-BGB/Dau­ner-Lie­b/­Du­bo­vits­ka­ya, aaO; vgl. Höpf­ner, aaO; vgl. auch Reinking/​Eggert, Der Auto­kauf, 12. Aufl., Rn. 1042, gleich­wohl einen Schwel­len­wert von zehn Pro­zent befür­wor­tend[]
  13. vgl. BGH, Urtei­le vom 11.03.1987 – VIII ZR 203/​86, NJW 1987, 1886 unter – II 2 b aa ?; vom 27.09.2000 – VIII ZR 155/​99, BGHZ 145, 203, 222; vom 24.03.2006 – V ZR 173/​05, BGHZ 167, 19 Rn. 8; Staudinger/​Honsell, BGB, Bearb.1995, § 459 Rn. 59; Lorenz, NJW 2006, 1925 f.[]
  14. BGH, Urteil vom 11.12 1956 – VIII ZR 61/​56, aaO mwN; KG, NJW-RR 1989, 972; OLG Köln, OLGR 1999, 362, 363; Staudinger/​Honsell, aaO; Palandt/​Putzo, BGB, 61. Aufl., § 459 aF Rn. 13; Schmidt-Räntsch in Fest­schrift für Wen­zel, 2005, S. 409, 411 f.; jeweils mwN[]
  15. Schmidt-Räntsch, aaO S. 412 und 424; Reinking/​Eggert, aaO Rn. 1043[]
  16. Münch­Komm-BGB/Wes­ter­mann, 6. Aufl., § 437 Rn. 12; Erman/​Grunewald, aaO; NK-BGB/Bü­den­ben­der, aaO Rn. 37; Hk-BGB/­Schul­ze, 8. Aufl., § 323 Rn. 14; vgl. Tei­ge­lack, aaO Rn. 123, 125; vgl. auch OLG Düs­sel­dorf [3. Zivil­se­nat], NJW-RR 2004, 1060, 1061[]
  17. vgl. Reinking/​Eggert, aaO Rn. 1034; Rein­king in Fest­schrift Eggert, 2008, S. 15, 26 f.[]
  18. OLG Köln, NJW 2007, 1694, 1696; OLG Düs­sel­dorf [1. Zivil­se­nat], Urteil vom 18.08.2008 – I1 U 238/​07 43 und 46; Palandt/​Weidenkaff, BGB, 73. Aufl., § 437 Rn. 23; Beck­OK BGB/​Faust, Stand März 2011, § 437 Rn. 26; vgl. auch LG Kiel, MDR 2005, 384[]
  19. Rein­king, aaO[]
  20. OLG Stutt­gart, Urteil vom 20.03.2013 – 4 U 149/​12[]
  21. Staudinger/​Otto/​Schwarze, BGB, Neubearb.2009, § 323 Rn. C 25 mwN; Münch­Komm-BGB/Ernst, 6. Aufl., § 323 Rn. 243a[]
  22. OLG Bam­berg, OLGR 2006, 502, 504; OLG Bran­den­burg, NJW-RR 2007, 928, 929; OLG Düs­sel­dorf, ZGS 2007, 157, 160 [1. Zivil­se­nat]; LG Ravens­burg, NJW 2007, 2127, 2128; Münch­Komm-BGB/Ernst, aaO Rn. 243a und 243e; Soergel/​Gsell, BGB, 13. Aufl., § 323 Rn. 213 f.; Bamberger/​Roth/​Grothe, BGB, 3. Aufl., § 323 Rn. 39; Beck­OK BGB/​Schmidt, Stand Febru­ar 2014, § 323 Rn. 39; Staudinger/​Otto/​Schwarze, aaO; Schmidt-Räntsch, aaO S. 417 f.; Reinking/​Eggert, aaO Rn. 1043; Müller/​Matthes, AcP 204 (2004), 732, 747; Stürner/​Medicus in Prütting/​Wegen/​Weinreich, aaO, § 323 Rn. 41; Reinicke/​Tiedtke, Kauf­recht, 8. Aufl., Rn. 488; Lorenz, aaO S.1926[]
  23. Reinking/​Eggert, aaO[][]
  24. OLG Bam­berg, aaO; Soergel/​Gsell, aaO Rn. 213 und Fn. 874 f.; Münch­Komm-BGB/Ernst, aaO Rn. 243e und Fn. 456; Bamberger/​Roth/​Grothe, aaO; Beck­OK BGB/​Schmidt, aaO; vgl. auch OLG Düs­sel­dorf, ZGS 2007, aaO[]
  25. Staudinger/​Otto/​Schwarze, aaO Rn. 24 C f.; Bamberger/​Roth/​Grothe, aaO; Beck­OK BGB/​Schmidt, aaO[]
  26. OLG Bam­berg, aaO; Schmidt-Räntsch, aaO; Soergel/​Gsell, aaO Rn. 213; Münch­Komm-BGB/Ernst, aaO Rn. 243a und 243e; Bamberger/​Roth/​Grothe, aaO; Beck­OK BGB/​Schmidt, aaO[]
  27. Münch­Komm-BGB/Ernst, aaO Rn. 243e; vgl. auch Rolland in Fest­schrift Schlech­triem, 2003, S. 629, 644; für eine zurück­hal­ten­de Anleh­nung an Art. 25 CISG auch Schmidt-Räntsch, aaO S. 423; aA Soergel/​Gsell, aaO Rn. 214; Lorenz, aaO; Müller/​Matthes, aaO S. 745[]
  28. Rös­ler, AcP 207 (2007), 564, 593[]
  29. Schmidt-Räntsch, aaO S. 424[]
  30. OLG Bam­berg, aaO; Palandt/​Grüneberg, aaO, § 323 Rn. 32; Reinking/​Eggert, aaO Rn. 1042 f. mwN; NK-BGB/Dau­ner-Lie­b/­Du­bo­vits­ka­ya, aaO Rn. 40, trotz Her­an­zie­hung der Maß­stä­be des § 459 Abs. 1 Satz 2 BGB aF [s.o.]; vgl. auch OLG Olden­burg, Urteil vom 04.04.2012 – 3 U 100/​11 41[]
  31. Müller/​Matthes, aaO S. 748[]
  32. Münch­Komm-BGB/Ernst, aaO, unter Beru­fung auf § 651e BGB; dies ableh­nend: Schmidt-Räntsch, aaO S. 418 f.; Soergel/​Gsell, aaO Rn. 215; Stürner/​Medicus, aaO[]
  33. BGBl. I S. 3138[]
  34. BGH, Urteil vom 24.03.2006 – V ZR 173/​05, aaO[]
  35. BGH, Urteil vom 24.03.2006 – V ZR 173/​05, aaO Rn. 13[]
  36. vgl. hier­zu bereits BGH, Beschluss vom 08.05.2007 – VIII ZR 19/​05, NJW 2007, 2111 Rn. 2 f.[]
  37. BT-Drs. 14/​6040, S. 187, zu § 323 BGB‑E[]
  38. BT-Drs. 14/​6040, S. 222 f., zu § 437 BGB‑E[]
  39. vgl. hier­zu bereits BGH, Beschluss vom 08.05.2007 – VIII ZR 19/​05, aaO; vgl. auch BT-Drs. 14/​6040, S. 216 f.[]
  40. vgl. hier­zu nur BGH, Urteil vom 10.03.2010 – VIII ZR 310/​08, NJW 2010, 1448 Rn. 10 mwN[]
  41. vgl. BGH, Urteil vom 24.03.2006 – V ZR 173/​05, aaO Rn. 8; Ball, ZGS 2002, 49, 51[]
  42. vgl. BT-Drs. 14/​6040, S. 180, 217; Erman/​Grunewald, aaO; vgl. auch Lorenz, aaO S.1925 f.[]
  43. vgl. Staudinger/​Otto/​Schwarze, aaO Rn. C 24; Bamberger/​Roth/​Grothe, aaO; Beck­OK BGB/​Schmidt, aaO; vgl. auch Erman/​Westermann, aaO, § 323 Rn. 27[]
  44. vgl. BGH, Urtei­le vom 29.06.2011 – VIII ZR 202/​10, aaO Rn.19 ff.; vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, aaO[]
  45. BT-Drs. 14/​6040, S. 187[]
  46. vgl. zu die­sem Kri­te­ri­um: Lorenz, aaO S.1925; Schmidt in Prütting/​Wegen/​Weinreich, aaO; Beck­OK BGB/​Faust, aaO Rn. 25; Hk-BGB/­Schul­ze, aaO; vgl. auch Soergel/​Gsell, aaO Rn. 213[]
  47. vgl. BT-Drs. 14/​6040, S. 180[]
  48. vgl. BGH, Urtei­le vom 24.03.2006 – V ZR 173/​05, aaO Rn. 13; vom 17.02.2010 – VIII ZR 70/​07, aaO mwN; vom 06.02.2013 – VIII ZR 374/​11, aaO[]
  49. vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 10.03.2010 – VIII ZR 310/​08, aaO mwN[]
  50. BT-Drs. 14/​6040, S. 1 f., 79 ff.; BGBl.2001 – I S. 3138; Münch­Komm-BGB/­Lo­renz, aaO, Vor­be­mer­kung zu § 474 Rn. 2; Ball, NZV 2004, 217[]
  51. Münch­Komm-BGB/­Lo­renz, aaO Rn. 13; Müller/​Matthes, aaO S. 744; Schmidt-Räntsch, aaO S. 420[]
  52. vgl. nur Schmidt-Räntsch, aaO S. 413 ff.; Münch-KommBG­B/­Lo­renz, aaO Rn. 3 f. mwN[]
  53. vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 09.11.2005 – VIII ZR 116/​05, NJW 2006, 613 Rn. 13; Grabitz/​Hilf/​Magnus, Das Recht der Euro­päi­schen Uni­on, Stand 2007, A 15, Art. 8 Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie Rn. 8 mwN[]
  54. vgl. hier­zu den Vor­schlag der Kom­mis­si­on der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten für eine Richt­li­nie des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates über den Ver­brauchs­gü­ter­kauf und Garan­ti­en für Ver­brauchs­gü­ter, ABl. C 307 vom 16.10.1996, S. 811, sowie die hier­auf bezo­ge­ne Begrün­dung der Kom­mis­si­on, BR-Drs. 696/​96; vgl. auch Reinking/​Eggert, aaO Rn. 1023[]
  55. BR-Drs. 696/​96, S. 13[]
  56. BGH, Beschluss vom 08.05.2007 – VIII ZR 19/​05, aaO Rn. 3 mwN[]
  57. BGH, Beschluss vom 08.05.2007 – VIII ZR 19/​05, aaO Rn. 4 mwN[]
  58. vgl. dazu BGH, Urteil vom 10.11.2010 – VIII ZR 306/​09, NJW 2011, 220 Rn. 14 mwN[]
  59. so auch Soergel/​Gsell, aaO Rn. 214; Grabitz/​Hilf/​Magnus, aaO, Art. 3 Ver­brauchs­gü­ter­kauf­richt­li­nie Rn. 76 mwN; NK-BGB/Bü­den­ben­der, aaO, § 437 Rn. 35 Fn. 21; Lorenz, aaO S.1926; Müller/​Matthes, aaO S. 745[]
  60. vgl. hier­zu auch BT-Drs. 14/​6040, S. 86, 181 f.[]
  61. BGH, Urteil vom 03.04.1996 – VIII ZR 51/​95, BGHZ 132, 290, 298 mwN; dem fol­gend etwa: schweiz. Bun­des­ge­richt, SZIER 1999, 179, 180; IHR 2010, 27, 28; österr. OGH, IHR 2001, 42, 43; 2012, 114, 116; eben­so das Schrift­tum, vgl. Staudinger/​Magnus, BGB, Neubearb.2013, Art. 49 Rn. 4 mwN; Schmidt-Räntsch, aaO S. 421[]
  62. schweiz. Bun­des­ge­richt, IHR 2010, 27, 28[]
  63. Schmidt-Räntsch, aaO; vgl. auch Staudinger/​Magnus, aaO[]
  64. vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 09.03.2011 – VIII ZR 266/​09, NJW 2011, 1664 Rn. 17; Bamberger/​Roth/​Grothe, aaO; Beck­OK BGB/​Schmidt, aaO; NK-BGB/Bü­den­ben­der, aaO Fn. 26[]