Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag – und die Mär von der nicht hin­rei­chen­den Sub­stan­ti­ie­rung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung genügt eine Par­tei ihrer Dar­le­gungs­last, wenn sie Tat­sa­chen vor­trägt, die in Ver­bin­dung mit einem Rechts­satz geeig­net sind, das gel­tend gemach­te Recht als in ihrer Per­son ent­stan­den erschei­nen zu las­sen.

Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag – und die Mär von der nicht hin­rei­chen­den Sub­stan­ti­ie­rung

Genügt das Par­tei­vor­brin­gen die­sen Anfor­de­run­gen, kann der Vor­trag wei­te­rer Ein­zel­hei­ten nicht ver­langt wer­den.

Das gilt ins­be­son­de­re dann, wenn die Par­tei selbst kei­ne unmit­tel­ba­re Kennt­nis von den Vor­gän­gen hat.

Genügt das Par­tei­vor­brin­gen den Anfor­de­run­gen an die Sub­stan­ti­ie­rung, so muss der Tatrich­ter in die Beweis­auf­nah­me ein­tre­ten, um dort even­tu­ell wei­te­re Ein­zel­hei­ten zu ermit­teln 1.

Uner­heb­lich ist, ob und inwie­weit die namens des Zeu­gen von sei­nem Rechts­an­walt abge­ge­be­ne Dar­stel­lung glaub­haft ist. Denn dies ist vom Tatrich­ter erst nach Ver­neh­mung des Zeu­gen in Ver­bin­dung mit den sons­ti­gen Umstän­den und Indi­zi­en zu wür­di­gen. Eine vor­weg­ge­nom­me­ne Beweis­wür­di­gung ist dem­ge­gen­über unzu­läs­sig.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. Okto­ber 2016 – IV ZR 52/​14

  1. BGH, Urtei­le vom 18.04.2012 – IV ZR 147/​10, VersR 2012, 1110 Rn. 17; vom 12.10.2011 – IV ZR 199/​10, VersR 2011, 1550 Rn. 55; BGH, Beschlüs­se vom 12.09.2012 – IV ZR 177/​11, NJW-RR 2013, 9 Rn. 12; vom 21.09.2011 – IV ZR 38/​09, VersR 2011, 1563 Rn. 14[]