Der Exzess des Mit­tä­ters – und das Schmer­zens­geld

War der Ein­satz eines Tat­mit­tels von Anfang an nicht vom gemein­sa­men Tat­plan umfasst, hat viel­mehr einer der Mit­tä­ter dem Opfer die Ver­let­zung ohne Kennt­nis und Bil­li­gung der bei­den ande­ren Mit­tä­ter zuge­fügt, kön­nen den ande­ren Mit­tä­tern die ent­spre­chen­den Ver­let­zungs­fol­gen nicht zuge­rech­net wer­den, auch nicht unter Berück­sich­ti­gung der Grund­sät­ze der suk­zes­si­ven Mit­tä­ter­schaft.

Der Exzess des Mit­tä­ters – und das Schmer­zens­geld

Damit kommt eine Zurech­nung die­ses (exzes­si­ven) Tat­bei­trags auch bei der Prü­fung der Fra­ge, inwie­weit sich der Ange­klag­te im Sin­ne des § 830 Abs. 1 BGB als Mit­tä­ter an einer die zivil­recht­li­che Haf­tung begrün­den­den delik­ti­schen Ver­hal­tens­wei­se betei­ligt hat, nicht in Betracht, was wie­der­um den Umfang sei­ner gesamt­schuld­ne­ri­schen Haf­tung nach § 840 Abs. 1 BGB begrenzt.

Die Beur­tei­lung rich­tet sich inso­weit nach den für das Straf­recht ent­wi­ckel­ten Grund­sät­zen.

Die wech­sel­sei­ti­ge Zurech­nung der ein­zel­nen Tat­bei­trä­ge reicht dabei nicht wei­ter als der gemein­sa­me Vor­satz und schei­det aus, soweit einer der Mit­tä­ter im Exzess Hand­lun­gen begeht, die vom gemein­sa­men Tat­plan und dem Vor­satz der ande­ren nicht gedeckt sind 1.

Die zur Grund­la­ge des Schmer­zens­geld­an­spruchs gemach­ten Ver­let­zungs­fol­gen aus dem Ein­satz des Ham­mers kön­nen des­halb nicht zur Begrün­dung dafür her­an­ge­zo­gen wer­den, die bei­den Mit­tä­ter in glei­cher Höhe wie dem han­deln­den Mit­tä­ter zur Schmer­zens­geld­zah­lung zu ver­ur­tei­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 8. Dezem­ber 2016 – 1 StR 351/​16

  1. BGH, Beschlüs­se vom 08.11.2005 – 4 StR 321/​05, BGHR StPO § 403 Anspruch 8; und vom 07.02.2013 – 3 StR 468/​12; Urteil vom 23.03.1999 – – VI ZR 53/​98, BGHR BGB § 830 Teil­nah­me 2[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 07.02.2013 – 3 StR 468/​12; vom 08.01.2014 – 3 StR 372/​13, Stra­Fo 2014, 217; und vom 28.04.2015 – 3 StR 52/​15, NStZ-RR 2015, 320[]