Der Fahrer und die Betriebsgefahr eines Kraftfahrzeugs

Der Fahrer eines Kraftfahrzeugs, der nicht zugleich Halter desselben ist, muss sich die einfache Betriebsgefahr des Fahrzeugs nur dann zurechnen lassen, wenn er seinerseits für Verschulden gemäß § 823 BGB oder für vermutetes Verschulden gemäß § 18 StVG haftet.

Der Fahrer und die Betriebsgefahr eines Kraftfahrzeugs

Die Auffassung, der nicht haltende Fahrer eines Kraftfahrzeugs müsse sich die einfache Betriebsgefahr gemäß § 7 Abs. 2 StVG a.F. zurechnen lassen, widerspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs1, von der abzuweichen der Bundesgerichtshof in einer neuen Entscheidung ausdrücklich keinen Anlass sah. Eine entsprechende Zurechnung kommt, so der Bundesgerichtshof in seiner neuen Entscheidung ausdrücklichn, nur in Betracht, wenn der Fahrer seinerseits für Verschulden gemäß § 823 BGB oder für vermutetes Verschulden gemäß § 18 StVG haftet2. Denn die Anwendung des § 254 BGB setzt stets einen haftungsbegründenden Tatbestand auf der Seite des Geschädigten voraus3.

Bundesgerichtshof, Urteile vom 17. November 2009 – VI ZR 64/08 und VI ZR 58/08

  1. vgl. BGH, Urteil vom 20.12.1962 – III ZR 1/62 – VersR 1963, 380, 382; vgl. auch BGHZ 173, 182, 188; Staudinger/Schiemann (2005), § 254 BGB Rn. 11 f. m.w.N.[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 20.12.1962 – III ZR 1/62 – VersR 1963, 380, 382; BGHZ 173, 182, 188[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 20.12.1962 – III ZR 1/62 – aaO; Staudinger/Schiemann, aaO[]

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