Der Fahr­rad­fah­rer auf dem Zebra­strei­fen

Ein Zebra­strei­fen ist für Fuß­gän­ger da, nicht für Rad­fah­rer. Anders als Fuß­gän­ger haben Rad­fah­rer auf dem Zebra­strei­fen kei­nen Vor­rang. Viel­mehr müs­sen sie abstei­gen und das Fahr­rad schie­ben. Wol­len sie rad­fah­rend den Fuß­gän­ger­über­weg über­que­ren, sind sie dage­gen gegen­über dem kreu­zen­den Auto­ver­kehr war­te­pflich­tig. War­ten sie nicht und fah­ren über den Zebra­strei­fen ohne Rück­sicht auf den Auto­ver­kehr, trifft ihm im Fal­le eines Unfalls ein min­dest hälf­ti­ger Mit­ver­ur­sa­chungs­bei­trag.

Der Fahr­rad­fah­rer auf dem Zebra­strei­fen

In einem vom Land­ge­richt Fran­ken­thal (Pfalz) ent­schie­de­nen Unfall-Rechts­streit befuhr die beklag­te Pkw-Fah­re­rin mit ihrem Pkw die Hess­hei­mer Stra­ße in Fran­ken­thal (Pfalz) stadt­aus­wärts Rich­tung Hess­heim, wäh­rend die stadt­ein­wärts zunächst auf einem Rad­weg fah­ren­de Klä­ge­rin auf den sich kurz vor der Ein­mün­dung zur Johann-Klein-Stra­ße befind­li­chen Fuß­gän­ger­über­weg wech­sel­te und kurz vor Errei­chen der gegen­über­lie­gen­den Sei­te von dem Pkw leicht erfasst wur­de.

Das Land­ge­richt Fran­ken­thal (Pfalz) weist in ihrem Urteil auf die Recht­spre­chung hin, wonach der­je­ni­ge, der rad­fah­ren­der­wei­se einen Fuß­gän­ger­über­weg über­quert, vom Schutz­be­reich eines Fuß­gän­ger­über­we­ges nicht erfasst wird. Sie hat im kon­kre­ten Fall in dem Ver­hal­ten der Rad­fah­re­rin einen wesent­li­chen Ver­ur­sa­chungs­bei­trag zum Zustan­de­kom­men des Ver­kehrs­un­falls gese­hen und der Rad­fah­re­rin eine hälf­ti­ge Mit­schuld an dem Unfall ange­las­tet und dar­auf hin­ge­wie­sen, dass im Fal­le eines plötz­li­chen und nicht abseh­ba­ren Ein­schwen­kens eines Rad­fah­rers auf den Zebra­strei­fen im Ein­zel­fall auch eine Allein­schuld des Rad­fah­rers gege­ben sein kann, wenn sich der Unfall für den Pkw-Fah­rer als unver­meid­bar her­aus­stellt.

Land­ge­richt Fran­ken­thal (Pfalz), Urteil vom 24. Novem­ber 2010 – 2 S 193/​10