Der feh­ler­haft bezeich­ne­te Beklag­te

Die Par­tei­en eines Pro­zes­ses wer­den von der kla­gen­den Par­tei in der Kla­ge­schrift bezeich­net. Ist die Bezeich­nung nicht ein­deu­tig, so ist die Par­tei durch Aus­le­gung zu ermit­teln.

Der feh­ler­haft bezeich­ne­te Beklag­te

Für die Par­tei­stel­lung ist nicht allein die for­ma­le Bezeich­nung einer Par­tei maß­geb­lich. Viel­mehr kommt es dar­auf an, wel­cher Sinn der von der kla­gen­den Par­tei in der Kla­ge­schrift gewähl­ten Par­tei­be­zeich­nung bei objek­ti­ver Wür­di­gung des Erklä­rungs­in­halts bei­zu­le­gen ist.

Ist die Par­tei feh­ler­haft bezeich­net und ergibt sich aus den gesam­ten Umstän­den, wer als beklag­te Par­tei gemeint ist, kann das Rubrum berich­tigt wer­den.

Ent­schei­dend ist die Wah­rung der recht­li­chen Iden­ti­tät zwi­schen der ursprüng­lich bezeich­ne­ten und der tat­säch­lich gemein­ten Par­tei. Bleibt die Par­tei nicht die­sel­be, han­delt es sich um eine Par­teiän­de­rung 1.

Ergibt sich aus einer der Kla­ge­schrift bei­gefüg­ten Anla­ge, zB in einem Kün­di­gungs­schutz­pro­zess aus dem der Kla­ge­schrift bei­lie­gen­den Kün­di­gungs­schrei­ben, wer als beklag­te Par­tei gemeint ist, so ist eine Berich­ti­gung des Rubrums mög­lich und es liegt im Fal­le einer im Übri­gen frist­ge­recht ein­ge­reich­ten Kün­di­gungs­schutz­kla­ge eine nach § 4 Satz 1 KSchG recht­zei­ti­ge Kla­ge vor.

Dies gilt etwa dann, wenn der Klä­ger im Rubrum der Kla­ge­schrift irr­tüm­lich nicht sei­nen Arbeit­ge­ber, son­dern des­sen Bevoll­mäch­tig­ten als Beklag­ten benennt 2.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 20. Juni 2018 – 7 AZR 737/​16

  1. BAG 25.04.2013 – 6 AZR 49/​12, Rn. 74 mwN[]
  2. BAG 21.02.2002 – 2 AZR 55/​01, zu II 1 a der Grün­de[]