Der neue Beweis­an­trag nach erfolg­ter Beweis­auf­nah­me

In der Stel­lung­nah­me einer Par­tei zum Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me kann in Reak­ti­on auf die­se Beweis­auf­nah­me ein neu­er Beweis ange­tre­ten wer­den.

Der neue Beweis­an­trag nach erfolg­ter Beweis­auf­nah­me

Die Zurück­wei­sung des Beweis­an­tritts kann auch in der Beru­fungs­in­stanz nicht auf § 531 Abs. 2 ZPO gestützt wer­den mit der Begrün­dung, es han­de­le sich um ein neu­es Angriffs­mit­tel. Denn dabei wird über­se­hen, dass das Recht, zu dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me Stel­lung zu neh­men, auch das Recht umfasst, neue Beweis­an­trä­ge zu stel­len 1.

Damit gilt nicht die Norm des § 296a Satz 1 ZPO, son­dern § 296a Satz 2 i.V.m. § 283 ZPO. Nach die­sen Vor­schrif­ten muss­te der Inhalt des nach­ge­las­se­nen Schrift­sat­zes berück­sich­tigt wer­den.

Der dar­in ent­hal­te­ne Beweis­an­tritt war auch nicht ver­spä­tet. Denn die Klä­ger haben die frag­li­che Behaup­tung erst rela­tiv kurz vor dem Ter­min der Beweis­auf­nah­me. Eine Ver­spä­tung gemäß § 296 Abs. 1 ZPO schei­det aus, weil sich der Beklag­te zu der Behaup­tung nicht frist­ge­bun­den äußern muss­te; die Vor­aus­set­zun­gen für eine auf § 296 Abs. 2 ZPO gestütz­te Zurück­wei­sung sind nicht ersicht­lich.

Ohne­hin hät­te eine Zurück­wei­sung als ver­spä­tet erst nach einem Hin­weis des Gerichts erfol­gen dür­fen, was eine Wie­der­eröff­nung der münd­li­chen Ver­hand­lung vor­aus­ge­setzt hät­te 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2013 – V ZR 147/​12

  1. BGH, Beschluss vom 25.01.2012 – IV ZR 230/​11; Zöller/​Greger, ZPO, 29. Aufl., § 285 Rn. 1; Hk-ZPO/­Sa­en­ger, 5. Aufl., § 285 Rn. 3[]
  2. BGH, Beschluss vom 25.01.2012 – IV ZR 230/​11; Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., § 139 Rn.19, § 296 Rn. 32, jeweils mwN[]