Der nicht benutz­te Rad­weg

Ver­lässt ein Rad­fah­rer den vor­han­de­nen Rad­weg und fährt auf der Stra­ße, so muss er im Fal­le eines Unfalls grund­sätz­lich mit­haf­ten.

Der nicht benutz­te Rad­weg

Mit die­ser Begrün­dung Urteil hat jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt die Kla­ge eines Rad­fah­rers nur zur Hälf­te statt­ge­ge­ben. Der Klä­ger war mit sei­nem Renn­rad statt auf dem par­al­lel ver­lau­fen­den Rad­weg auf einer Stra­ße unter­wegs, als er auf einer Ölspur aus­rutsch­te. Er ver­lang­te von dem Auto­fah­rer, des­sen Wagen die Ölspur hin­ter­las­sen hat­te, vol­len Scha­dens­er­satz.

Dem folg­te das Ober­lan­des­ge­richt aber nicht. Ein Rad­fah­rer, der statt eines aus­ge­schil­der­ten Rad­we­ges eine par­al­lel ver­lau­fen­de Stra­ße benutzt, haf­tet nach Auf­fas­sung des Gerichts grund­sätz­lich mit. Rad­fah­rer müs­sen einen eigens aus­ge­schil­der­ten Rad­weg auch benut­zen. Wer trotz­dem auf der Stra­ße fährt, tut dies letzt­lich auf eige­nes Risi­ko.

Der Klä­ger hat sei­nen Sturz mit ver­schul­det, so das Ober­lan­des­ge­richt. Hät­te er den Rad­weg benutzt, wäre es nie zu dem Unfall gekom­men. Daher hat er ledig­lich Anspruch auf den hälf­ti­gen Scha­dens­er­satz.

Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt, Urteil vom 28. Okto­ber 2011 – 24 U 34/​11