Der nicht bestehen­de Anspruch – und der Anwalts­haf­tungs­pro­zess

Im Anwalts­haf­tungs­pro­zess gehört dann, wenn dem Anwalt vor­ge­wor­fen wird, sei­ne Ver­trags­pflich­ten bei der Durch­set­zung eines Anspruchs ver­letzt zu haben, die Fra­ge, ob jener Anspruch über­haupt bestand, zum Grund des Anspruchs [1].

Der nicht bestehen­de Anspruch – und der Anwalts­haf­tungs­pro­zess

So weist der Bun­des­ge­richts­hof aus­drück­lich dar­auf hin, dass im Anwalts­haf­tungs­pro­zess jeden­falls dann, wenn dem Anwalt wie hier vor­ge­wor­fen wird, sei­ne Ver­trags­pflich­ten bei der Durch­set­zung eines Anspruchs – sei es in einem Pro­zess oder außer­ge­richt­lich – ver­letzt zu haben, die Fra­ge, ob jener Anspruch über­haupt bestand, zu dem gehört, was für den Erlass eines Grund­ur­teils nach § 304 ZPO fest­ste­hen muss. Eine ande­re Beur­tei­lung wür­de zu einer unge­recht­fer­tig­ten Ver­zö­ge­rung und Ver­teue­rung des Regress­pro­zes­ses füh­ren [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Sep­tem­ber 2015 – IX ZR 263/​13

  1. Anschluss an BGH VersR 1980, 867[]
  2. BGH, Urteil vom 13.05.1980 – VI ZR 276/​78, VersR 1980, 867, 868[]