Der nur ober­fläch­lich beach­te­te Par­tei­vor­trag

Ver­schließt sich ein Gericht mit einer allen­falls den äuße­ren Wort­laut, nicht aber den Sinn erfas­sen­den Wahr­neh­mung dem wesent­li­chen Kern des Par­tei­vor­trags, ver­letzt es die betrof­fe­ne Par­tei in ihrem durch Art. 103 Abs. 1 GG gewähr­leis­te­ten Anspruch auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs.

Der nur ober­fläch­lich beach­te­te Par­tei­vor­trag

Mit sei­ner, allen­falls den äuße­ren Wort­laut, nicht jedoch den Sinn erfas­sen­den Wahr­neh­mung hat sich das Gericht in nicht mehr nach­voll­zieh­ba­rer Wei­se dem wesent­li­chen Kern des Vor­trags der Klä­ger ver­schlos­sen und damit gegen Art. 103 Abs. 1 GG ver­sto­ßen 1.

Geht das Gericht in der Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung auf einen Vor­trag einer Par­tei nicht ein, der für die Beur­tei­lung einer nach sei­ner eige­nen Rechts­auf­fas­sung ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Fra­ge von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, recht­fer­tigt dies den Schluss, dass es den Vor­trag nicht zur Kennt­nis genom­men hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschlüs­se vom 14. Juni 2010 – II ZR 142/​09 und II ZR 143/​09

  1. st.Rspr. vgl. nur BGH, Beschlüs­se vom 12.01.2009 – II ZR 27/​08, ZIP 2009, 513 Tz. 4; vom 09.02.2009 – II ZR 77/​08, WM 2009, 1154 Tz. 3 f.; vom 28.10.2008 – II ZR 207/​07, ZIP 2008, 2311 Tz. 4[]