Der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter – und die rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung

Ent­schei­det der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter in einer Sache, der er rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung bei­misst, über die Beschwer­de und lässt er die Rechts­be­schwer­de zu, so ist die Zulas­sung wirk­sam.

Der ori­gi­nä­re Ein­zel­rich­ter – und die rechts­grund­sätz­li­che Bedeu­tung

Auf die Rechts­be­schwer­de unter­liegt die Ent­schei­dung jedoch wegen der feh­ler­haf­ten Beset­zung des Beschwer­de­ge­richts der Auf­he­bung von Amts wegen, weil der Ein­zel­rich­ter in Rechts­sa­chen, denen er grund­sätz­li­che Bedeu­tung bei­misst, zwin­gend das Ver­fah­ren an das Kol­le­gi­um zu über­tra­gen hat.

Bejaht er mit der Zulas­sungs­ent­schei­dung zugleich die grund­sätz­li­che Bedeu­tung der Rechts­sa­che, ist sei­ne Ent­schei­dung objek­tiv will­kür­lich und ver­stößt gegen das Ver­fas­sungs­ge­bot des gesetz­li­chen Rich­ters nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG 1.

Die ange­foch­te­ne Ent­schei­dung ist bereits aus die­sem Grund auf­zu­he­ben und die Sache zur erneu­ten Ent­schei­dung an den Ein­zel­rich­ter zurück­zu­ver­wei­sen (§ 577 Abs. 4 Satz 1 ZPO), damit er die gege­be­nen­falls nach § 568 Satz 2 ZPO erfor­der­li­che Über­tra­gungs­ent­schei­dung tref­fen kann.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. April 2015 – IX ZB 93/​12

  1. BGH, Beschluss vom 13.03.2003 – IX ZB 134/​02, BGHZ 154, 200, 201 ff; vom 28.06.2012 – IX ZB 298/​11, ZIn­sO 2012, 1439 Rn. 3; vom 20.11.2014 – IX ZB 56/​13, ZIn­sO 2015, 108 Rn. 4[]