Der PKH-Antrag und die Rechts­mit­tel­frist

Einer Par­tei, die nicht über die finan­zi­el­len Mit­tel zur Ein­le­gung eines Rechts­mit­tels ver­fügt, wird auf Antrag Wie­der­ein­set­zung in eine ver­säum­te Rechts­mit­tel­frist gewährt, wenn die Par­tei inner­halb die­ser Rechts­mit­tel­frist einen Pro­zess­kos­ten­hil­fe­an­trag bei Gericht gestellt und alles in ihren Kräf­ten Ste­hen­de getan hat, damit über die­sen Antrag ohne Ver­zö­ge­rung ent­schie­den wer­den kann.

Der PKH-Antrag und die Rechts­mit­tel­frist

Das setzt vor­aus, dass inner­halb der lau­fen­den Rechts­mit­tel­frist nicht nur der Antrag auf Gewäh­rung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe, son­dern auch eine Erklä­rung zu den per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen der Par­tei unter Ver­wen­dung des amt­lich vor­ge­schrie­be­nen For­mu­lars (§ 117 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 ZPO, § 1 Abs. 1 PKH-Vor­druck­VO) nebst der erfor­der­li­chen Nach­wei­se vor­ge­legt wird 1.

Einer Par­tei, diei hr voll­stän­di­ges Gesuch um Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe nicht inner­halb der Rechts­mit­tel­frist unter Ver­wen­dung des vor­ge­schrie­be­nen Vor­drucks und Bei­fü­gung erfor­der­li­cher Nach­wei­se vor­ge­legt hat, kann Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand nach § 233 ZPO in die ver­stri­che­ne Rechts­mit­tel­frist nicht gewährt wer­den, da sie nicht ohne ihr Ver­schul­den an der Ein­hal­tung die­ser Frist gehin­dert war 2. Aus die­sem Grund bedarf es auch kei­nes vor­he­ri­gen Hin­wei­ses auf die ver­spä­te­te Ein­rei­chung des vor­ge­schrie­be­nen Vor­drucks und der bei­gefüg­ten Nach­wei­se 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. Febru­ar 2013 – XI ZA 13/​12

  1. BGH, Beschlüs­se vom 03.04.2001 – XI ZA 1/​01; vom 04.07.2002 – IX ZB 221/​02, NJW 2002, 2793 f.; vom 31.08.2005 – XII ZB 116/​05, NJW-RR 2006, 140, 141; vom 13.02.2008 – XII ZB 151/​07, NJW-RR 2008, 942 Rn. 10; vom 28.06.2011 – IX ZA 29/​11; und vom 15.11.2012 – IX ZA 36/​12[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 03.04.2001 – XI ZA 1/​01; vom 19.05.2004 – XII ZA 11/​03, Fam­RZ 2004, 1548 f.; und vom 02.02.2012 – V ZA 3/​12[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 02.02.2012 – V ZA 3/​12[]