Der Schrift­satz 4 Stun­den vor dem Ver­kün­dungs­ter­min

Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob auf­grund des Vor­trags in einem 4 Stun­den vor dem Ver­kün­dungs­ter­min bei Gericht ein­ge­gan­ge­nen Schrift­satz eine Wie­der­eröff­nung der Ver­hand­lung nach § 156 Abs. 2 Nr. 1 ZPO zwin­gend gebo­ten war, hät­te das Gericht jeden­falls prü­fen müs­sen, ob es im Hin­blick auf das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin in die­sem Schrift­satz von der ihm durch § 156 Abs. 1 ZPO eröff­ne­ten Mög­lich­keit zur Wie­der­eröff­nung der Ver­hand­lung Gebrauch macht 1.

Der Schrift­satz 4 Stun­den vor dem Ver­kün­dungs­ter­min

Es hät­te daher, da kein Fall des § 296 Abs. 1 ZPO vor­lag, anhand des kon­kre­ten Falls nach pflicht­ge­mä­ßem Ermes­sen abwä­gen müs­sen, wel­che Grün­de für eine wei­te­re Sach­ver­halts­auf­klä­rung und wel­che Grün­de für den sofor­ti­gen Abschluss des Rechts­streits spre­chen 2.

Eine Wie­der­eröff­nung der Ver­hand­lung nach § 156 ZPO wäre nur dann nicht in Betracht gekom­men, wenn das Vor­brin­gen der Klä­ge­rin in die­sem Schrift­satz nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich gewe­sen wäre.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. April 2016 – I ZR 168/​15

  1. Smid in Wieczorek/​Schütze, ZPO, 4. Aufl., § 156 Rn. 14a[]
  2. MünchKomm-.ZPO/Wagner, 4. Aufl., § 156 Rn. 11[]