Der Streit um einen Dienst­ver­trag – und die Zustän­dig­keit des Baye­ri­schen Obers­ten Lan­des­ge­richts

In einem das Dienst­ver­trags­recht – und damit aus­schließ­lich Bun­des­recht – betref­fen­den Zivilr­pro­zess besteht kei­ne Zustän­dig­keit des Baye­ri­schen Obers­ten Lan­des­ge­richts gemäß § 8 Abs. 1 EGGVG, Art. 11 Abs. 1 BayAGGVG.

Der Streit um einen Dienst­ver­trag – und die Zustän­dig­keit des Baye­ri­schen Obers­ten Lan­des­ge­richts

Gemäß § 133 GVG ist in der­ar­ti­gen Zivil­sa­chen der Bun­des­ge­richts­hof für die Ver­hand­lung und Ent­schei­dung über Rechts­be­schwer­den und Revi­sio­nen zustän­dig.

Da der Rechts­streit Dienst­ver­trags­recht und damit aus­schließ­lich eine bun­des­ge­setz­lich gere­gel­te Mate­rie betref­fe, schließt § 8 Abs. 2 EGGVG die Kom­pe­tenz­über­tra­gung auf ein obers­tes Lan­des­ge­richt aus.

Dies gilt auch für die Ver­wer­fung einer unzu­läs­si­gen Rechts­be­schwer­de wegen eines durch Beschluss ange­lehn­ten Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung.

Die Zurück­wei­sung des Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung kann wegen des durch § 542 Abs. 2 Satz 1 ZPO begrenz­ten Instan­zen­zugs mit der Rechts­be­schwer­de nicht ange­grif­fen wer­den. Nach die­ser Vor­schrift fin­det gegen Urtei­le, durch die über die Anord­nung, Abän­de­rung oder Auf­he­bung eines Arres­tes oder einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung ent­schie­den wird, die Revi­si­on nicht statt. Wird – wie hier – durch Beschluss ent­schie­den, gilt die Begren­zung des Instan­zen­zugs gemäß § 574 Abs. 1 Satz 2 ZPO für die Rechts­be­schwer­de ent­spre­chend [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Juni 2020 – III ZB 22/​20

  1. BGH, Beschlüs­se vom 28.05.2014 – – III ZB 22/​14 6; vom 11.09.2014 – III ZB 45/​14, Beck­RS 2014, 18101 Rn. 3; und vom 10.09.2015 – III ZA 33/​15 3; BGH, Beschlüs­se vom 27.02.2003 – I ZB 22/​02, BGHZ 154, 102, 103 ff; und vom 22.10.2019 – I ZB 75/​19 3[]