Der Streit um die Zustän­dig­keit des Gerichts – und die Über­prü­fung durch das Rechts­mit­tel­ge­richt

Die Revi­si­on kann gemäß § 545 Abs. 2 ZPO nicht dar­auf gestützt wer­den, dass das Gericht des ers­ten Rechts­zugs sei­ne Zustän­dig­keit zu Unrecht ange­nom­men oder ver­neint hat.

Der Streit um die Zustän­dig­keit des Gerichts – und die Über­prü­fung durch das Rechts­mit­tel­ge­richt

Durch die­se Vor­schrift sol­len im Inter­es­se der Ver­fah­rens­be­schleu­ni­gung und der Ent­las­tung des Revi­si­ons­ge­richts Rechts­mit­tel­strei­tig­kei­ten ver­mie­den wer­den, die allein auf die Fra­ge der Zustän­dig­keit des Gerichts gestützt wer­den 1.

Eine Zustän­dig­keits­über­prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt fin­det daher nicht statt 2.

Dies gilt auch dann, wenn das Beru­fungs­ge­richt – wie hier – die Beur­tei­lung der Zustän­dig­keit durch das erst­in­stanz­li­che Gericht bestä­tigt 3 und die Revi­si­on zur Klä­rung der Zustän­dig­keits­fra­ge zuge­las­sen hat 4.

Ob eine Über­prü­fung der Zustän­dig­keit im Revi­si­ons­ver­fah­ren aus­nahms­wei­se dann erfol­gen kann, wenn die Ent­schei­dung des Tatrich­ters auf Will­kür oder einer Ver­let­zung des recht­li­chen Gehörs beruht, konn­te im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall offen blei­ben 5. Ein der­ar­ti­ger Fall einer will­kür­li­chen oder gehörs­wid­ri­gen Ver­nei­nung der Zustän­dig­keit sei­tens des Beru­fungs­ge­richts lag hier jeden­falls nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 23. Novem­ber 2016 – IV ZR 50/​16

  1. BT-Drs. 14/​4722 S. 106[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 17.03.2015 – VI ZR 11/​14, VersR 2015, 1531 Rn. 17; vom 07.03.2006 – VI ZR 42/​05, VersR 2007, 224 Rn. 11; Beschlüs­se vom 05.03.2015 – IX ZB 27/​14, WM 2015, 728 Rn. 12; vom 16.03.2010 – VIII ZR 341/​09, NJW-RR 2011, 72 Rn. 1 f. zu § 571 Abs. 2 Satz 2 ZPO; vom 26.06.2003 – III ZR 91/​03, NJW 2003, 2917 unter II; Stein/​Jonas/​Jacobs, ZPO 22. Aufl. § 545 Rn. 30; Münch­Komm-ZPO/Krü­ger, 5. Aufl. § 545 Rn. 15; Ball in Musielak/​Voit, ZPO 13. Aufl. § 545 Rn. 12[]
  3. BGH, Beschluss vom 07.11.2006 – VIII ZR 73/​06, WuM 2006, 697[]
  4. BGH, Beschluss vom 16.03.2010 – VIII ZR 341/​09, NJW-RR 2011, 72 Rn. 2 m.w.N.; Urteil vom 07.03.2006 – VI ZR 42/​05, VersR 2007, 224 Rn. 8, 11[]
  5. vgl. BGH, Urteil vom 17.03.2015 – VI ZR 11/​14, VersR 2015, 1531 Rn.19; Beschlüs­se vom 05.03.2015 – IX ZB 27/​14, WM 2015, 728 Rn. 12; vom 07.11.2006 – VIII ZR 73/​06, WuM 2006, 697[]