Der insol­ven­te Streit­ge­nos­se – und die Ver­fah­ren­s­tren­nung in der Rechts­mit­tel­in­stanz

Die Ver­fah­ren­s­tren­nung kann auch noch im Rechts­mit­tel­ver­fah­ren (hier: im Revi­si­ons­ver­fah­ren) aus sach­li­chen Grün­den gerecht­fer­tigt sein (§ 145 Abs. 1 Satz 1 ZPO).

Der insol­ven­te Streit­ge­nos­se – und die Ver­fah­ren­s­tren­nung in der Rechts­mit­tel­in­stanz

Eine auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren zuläs­si­ge Abtren­nung gemäß § 145 ZPO 1 setzt vor­aus, dass die ein­zel­nen Ver­fah­rens­tei­le Ansprü­che betref­fen, über die unab­hän­gig von­ein­an­der ent­schie­den wer­den kann 2.

Dies ist im Ver­hält­nis der Klä­ge­rin zu zwei Beklag­ten, bei denen es sich um ein­fa­che Streit­ge­nos­sen han­delt, der Fall.

Die Ver­fah­ren­s­tren­nung dient der beschleu­nig­ten Erle­di­gung im Ver­hält­nis der Klä­ge­rin zur nicht in der Insol­venz befind­li­chen Beklag­ten zu 1. Dies­be­züg­lich kann das Ver­fah­ren (hier:) nach wirk­sa­mer über­ein­stim­men­der Erle­di­gungs­er­klä­rung durch eine Ent­schei­dung nach § 91a Abs. 1 ZPO been­det wer­den. Einer sol­chen Kos­ten­ent­schei­dung für das gesam­te Ver­fah­ren steht der­zeit jedoch der auch bei ein­fa­chen Streit­ge­nos­sen gel­ten­de Grund­satz der Ein­heit­lich­keit der Kos­ten­ent­schei­dung 3 ent­ge­gen. Bezüg­lich der Beklag­ten zu 2 ist das Ver­fah­ren gemäß § 240 Satz 1 ZPO unter­bro­chen, so dass kei­ne ver­fah­rens­ab­schlie­ßen­de Ent­schei­dung erge­hen kann. Um im Ver­hält­nis der Klä­ge­rin zur Beklag­ten zu 1 das Revi­si­ons­ver­fah­ren abschlie­ßen zu kön­nen, ist daher eine Ver­fah­ren­s­tren­nung gebo­ten.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Okto­ber 2018 – VIII ZR 156/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 15.11.2006 XII ZR 97/​04, Fam­RZ 2007, 124 unter – II 3 a[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 19.05.2015 – X ARZ 61/​15, NJW-RR 2015, 957 Rn. 13[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 19.03.2013 – VIII ZB 45/​12, NJW 2013, 2361 Rn.19[]