Der Streit­wert einer Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge

Der Wert einer Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge bemisst sich grund­sätz­lich nach dem Nenn­be­trag des voll­streck­ba­ren Haupt­an­spruchs. Die titu­lier­ten Zin­sen und Kos­ten erhö­hen den Streit­wert nicht. Das gilt auch dann, wenn sich die Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge nicht nur gegen die Voll­stre­ckung aus einem Urteil, son­dern auch gegen die Voll­stre­ckung aus einem in die­sem Ver­fah­ren ergan­ge­nen Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss rich­tet.

Der Streit­wert einer Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge

Der Wert einer Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge bemisst sich nach dem Umfang der erstreb­ten Aus­schlie­ßung der Zwangs­voll­stre­ckung. In die­sem Umfang ent­schei­det der Wert des zu voll­stre­cken­den Anspruchs ein­schließ­lich etwai­ger Rück­stän­de ohne Zin­sen und ohne Kos­ten des Vor­pro­zes­ses (§§ 3, 4 ZPO). Dabei ist der Nenn­be­trag des voll­streck­ba­ren Anspruchs ohne Rück­sicht auf sei­ne Rea­li­sier­bar­keit anzu­set­zen 1. Ins­be­son­de­re erhöht ein neben der Haupt­sa­che mit der Voll­stre­ckungs­ge­gen­kla­ge ange­foch­te­ner Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss den Wert nicht 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Okto­ber 2015 – IX ZR 115/​15

  1. BGH, Beschluss vom 09.02.2006 – IX ZB 310/​04, ZVI 2006, 204 Rn. 9[]
  2. OLG Cel­le, OLGR 2009, 834, 835; vgl. BGH, Urteil vom 03.12 1955 – VI ZR 64/​55, WM 1956, 144, 145; zu § 826 BGB: BGH, Beschluss vom 29.03.1968 – VIII ZR 141/​65, NJW 1968, 1275; Zöller/​Herget, ZPO, 30. Aufl., § 3 Rn. 16 Stich­wort Voll­stre­ckungs­ab­wehr­kla­ge; Münch­Komm-ZPO/Wöst­mann, 4. Aufl., § 3 Rn. 130; § 4 Rn. 24[]