Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Art. 103 Abs. 1 GG gibt den am Ver­fah­ren Betei­lig­ten unter ande­rem das Recht, Anträ­ge und somit auch Beweis­an­trä­ge zu stel­len und ver­pflich­tet im Gegen­zug das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen. Daher gebie­tet die Norm in Ver­bin­dung mit den Grund­sät­zen der Zivil­pro­zess­ord­nung, erheb­li­che Beweis­an­trä­ge zu berück­sich­ti­gen.

Der über­gan­ge­ne Beweis­an­trag

Zwar ver­bie­tet es Art. 103 Abs. 1 GG den Gerich­ten nicht, Vor­brin­gen der Betei­lig­ten aus Grün­den des for­mel­len oder mate­ri­el­len Rechts unbe­rück­sich­tigt zu las­sen, doch ver­stößt die Nicht­be­rück­sich­ti­gung eines erheb­li­chen Beweis­an­ge­bots gegen Art. 103 Abs. 1 GG, wenn es im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze mehr fin­det 1.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 24. Mai 2017 – 5 AZR 251/​16

  1. st. Rspr., vgl. BVerfG 26.06.2012 – 2 BvR 1013/​11, Rn. 32; 19.12 2016 – 2 BvR 1997/​15, Rn. 15[]